Mozarts Così fan tutte wird in Wiesbaden zum realen Beziehungsexperiment
Charlotte KrügerMozarts Così fan tutte wird in Wiesbaden zum realen Beziehungsexperiment
Das Staatstheater Wiesbaden wagt in dieser Spielzeit einen kühnen Zugang zu Mozarts Così fan tutte. Die Inszenierung verwandelt die klassische Oper in ein Echtzeit-Experiment über Beziehungen – und das Publikum wird zur aktiven Mitspielerin. Die Karten kosten nur 10 Euro, doch die emotionalen Einsätze versprechen weitaus höher zu sein.
Die Aufführung bricht mit der Tradition, indem sie nicht auf der Bühne, sondern hinter den Kulissen beginnt und so die übliche Grenze zwischen Darstellern und Zuschauern aufhebt. Regie führt Marie-Ève Signeyrole, die das Werk als immersives Erlebnis neu interpretiert – konzipiert, um die Gefühle des Publikums herauszufordern und zu provozieren.
Die Handlung spielt in einer Kunstschule, wo Don Alfonso ein Experiment über Treue durchführt. Statt passiver Beobachter werden die Zuschauer zu Studierenden in diesem ungewöhnlichen Klassenzimmer. Auf der Bühne agieren 20 junge Paare, was die Grenze zwischen Fiktion und Realität zusätzlich verschwimmen lässt.
Die Veranstalter haben einen Aufruf an Teilnehmer gerichtet: Gesucht werden Paare zwischen 18 und 35 Jahren, die mitmachen möchten. Opernerfahrung ist nicht erforderlich – das Experiment steht allen offen, die sich einlassen wollen. Der niedrige Kartpreis soll sicherstellen, dass die ambitionierte Produktion ein breites Publikum erreicht.
Die Inszenierung definiert neu, wie Così fan tutte erlebt wird, indem sie reale Paare und Zuschauer ins Zentrum des Geschehens stellt. Mit Eintrittspreisen von nur 10 Euro will das Theater ein vielfältiges Publikum anziehen. Der Erfolg des Experiments wird davon abhängen, welche emotionalen Reaktionen es bei den Beteiligten auslöst.






