Wiener Festwochen 2024: Mutige Kunst zwischen Triumph und Polarisierung
Charlotte KrügerWiener Festwochen 2024: Mutige Kunst zwischen Triumph und Polarisierung
Die Wiener Festwochen präsentierten in diesem Jahr ein mutiges und vielseitiges Programm. Über fünf Wochen hinweg bot das Festival Theater, Performance-Kunst und besondere Gastauftritte renommierter Künstlerpersönlichkeiten.
Eröffnet wurde das Festival von Milo Rau mit Republik der Götter, einer Produktion, die er selbst als das „größte Theaterstück aller Zeiten“ bezeichnete. Die Weltpremiere bildete zugleich den Höhepunkt zum 75-jährigen Jubiläum der Festwochen.
Brigitta Muntendorf zeigte Der Tag davor, ein kraftvolles Manifest gegen Gewalt. Angélica Liddells Seppuku: Die Bestattung Mishimas oder Die Lust am Sterben entwickelte sich zu einer der meistdiskutierten Aufführungen des Festivals.
Florentina Holzingers Pfingstspiel verblüffte das Publikum mit einer Performerin, die an einer Hotelfassade abseilte, bevor sie einen BMW in engen Kreisen zähmte. Susanne Kennedys Parsifal litt unter den überwältigenden digitalen Visuals von Markus Selg. Nestervals Adaption der Nibelungensage hingegen wurde für ihre überbordende Komplexität kritisiert.
Großes Lob erntete Thorsten Lensings Tanzende Idioten, in dem Ursina Lardi als todkranke Frau glänzte. Den Abschluss bildete Gob Squads interaktives Stück Turn, das sich mit dem Phänomen des Doppeleffekts auseinandersetzte. Patti Smith bereicherte das Festival zudem mit mehreren Auftritten.
Die Festwochen boten eine Mischung aus bahnbrechenden und polarisierenden Werken. Manche Produktionen begeisterten, andere scheiterten an ihren eigenen ambitionierten Ideen. Das Programm festigte einmal mehr den Ruf des Festivals für mutige, experimentelle Darbietungen.






