27 March 2026, 16:04

Wie Misstrauen gegen Demokratie die AfD stärkt – und was dagegen hilft

Ein Plakat mit einem zentralen Baum, umgeben von Gesichtern von Menschen, mit dem Text "Der politische Cluster im Terrorismus" unten.

Wie Misstrauen gegen Demokratie die AfD stärkt – und was dagegen hilft

Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat untersucht, warum das Misstrauen gegenüber demokratischen Institutionen wächst – und wie es den Aufstieg rechtsextremer Bewegungen befeuert. In seinem Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert er, wie Skepsis gegenüber Gerichten, Medien und Wissenschaft eng verbundene Gruppen schafft, die sich von der etablierten Politik abwenden. Eine solche Gruppe unterstützt heute die "Alternative für Deutschland" (AfD), eine Partei, die sich seit ihrer Gründung 2013 von wirtschaftsliberaler EU-Skepsis hin zu nationalistischen und migrationsfeindlichen Positionen entwickelt hat.

El-Mafaalani argumentiert, dass misstrauische Menschen sich mit Gleichgesinnten verbünden und so sogenannte "Gemeinschaften des Misstrauens" bilden. Diese Gruppen stellen nicht nur Institutionen infrage – sie unterstützen aktiv Parteien, die die liberale Demokratie selbst angreifen. Digitale Medien erleichtern es ihnen, einander zu finden und sich zu organisieren, was ihre Überzeugungen weiter verstärkt.

Das Wachstum der AfD spiegelt diese Dynamik wider. Ursprünglich eine Partei gebildeter Mittelschichtsprotestler, gewinnt sie heute zunehmend Unterstützung aus der Arbeiterschaft, besonders in Ostdeutschland. Ihre Rhetorik zielt auf die Glaubwürdigkeit der Medien, die Unabhängigkeit der Justiz und die Integrität von Wahlen ab – und vertieft so die gesellschaftliche Spaltung. El-Mafaalani warnt: Selbst wenn die AfD ihre Versprechen nicht einlöst, werden ihre Wähler nicht plötzlich wieder Vertrauen in die Demokratie fassen.

Seine Analyse wirft auch ein Licht auf ähnliche Entwicklungen im Ausland, etwa den Aufstieg von Figuren wie Donald Trump. Wer verstehe, wie sich Misstrauen ausbreite, so El-Mafaalani, könne bessere Strategien gegen den Rechtspopulismus entwickeln. Peter Unfried, Chefredakteur des Magazins "FUTURZWEI", hat diesen Appell aufgegriffen und gefragt, wie die Gesellschaft der Erosion demokratischen Vertrauens begegnen kann.

El-Mafaalanis Arbeit zeigt eine zentrale Herausforderung auf: Sobald rechtsextreme Parteien wie die AfD an Macht gewinnen, reicht es nicht aus, ihre Versagen aufzudecken, um das Vertrauen in Institutionen wiederherzustellen. Die sie unterstützenden Gemeinschaften haben sich längst von der etablierten Politik ab- und einer Haltung der Ablehnung zugewandt. Um dies zu ändern, braucht es mehr als die Widerlegung von Falschinformationen – es erfordert ein tieferes Verständnis dafür, warum Misstrauen überhaupt Wurzeln schlägt.

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