11 May 2026, 10:06

NRW will Solarboom auf Seen mit neuen Regeln beschleunigen

Luftaufnahme einer Solaranlage mit Solarpanelen auf einem Feld, umgeben von Bäumen, Gras, Pflanzen und Wasser, mit einem Zug auf einer nahen Bahnstrecke.

NRW will Solarboom auf Seen mit neuen Regeln beschleunigen

Nordrhein-Westfalen drängt auf Lockerung der Vorschriften für schwimmende Solarparks

Das Bundesland setzt sich für eine Reform der bundesweiten Regelungen ein, die derzeit den Anteil von Gewässerflächen für Solaranlagen begrenzen. Behördenvertreter argumentieren, dass die strengen Vorgaben den Ausbau der erneuerbaren Energien in Schlüsselregionen wie dem Niederrhein behindern.

Aktuell unterliegen schwimmende Solarprojekte strengen Auflagen nach Paragraf 36 des Wasserhaushaltsgesetzes: Nicht mehr als 15 Prozent der Oberfläche eines Sees oder Stausees dürfen mit Modulen bedeckt werden, zudem müssen die Anlagen mindestens 40 Meter vom Ufer entfernt bleiben. Diese „pauschalen Beschränkungen“ bremsen die Entwicklung aus, obwohl in Nordrhein-Westfalen bereits sechs schwimmende Solarparks in Betrieb sind – darunter eine 5,6-Megawatt-Anlage in Bislich.

Im Januar hatte der Landesverband Erneuerbare Energien NRW dem Umweltminister des Landes, Oliver Krischer, Vorschläge unterbreitet. Dazu gehörten eine Anhebung der 15-Prozent-Grenze sowie flexible Ausnahmeregelungen für bestimmte Gewässer. Krischer unterstützt die Forderungen und betont das Potenzial des Niederrheins für großflächige schwimmende Solarprojekte.

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Der Vorstoß fällt in eine Phase steigender Marktpreise für Solarstrom: Bis Oktober 2025 kletterten die Erlöse auf fast sieben Cent pro Kilowattstunde, was die Wirtschaftlichkeit solcher Projekte verbessert. Nun fordert das Land die Bundesregierung auf, die Regelungen für schwimmende Anlagen anpassungsfähiger zu gestalten.

Sollten die geplanten Änderungen umgesetzt werden, könnte Nordrhein-Westfalen einen Boom bei schwimmenden Solarparks erleben. Zu den bestehenden sechs Anlagen – angeführt vom 5,6-Megawatt-Standort in Bislich – könnten dann größere Projekte hinzukommen. Lockere Vorschriften würden zudem helfen, die Ziele für erneuerbare Energien zu erreichen, indem bisher gesperrte Wasserflächen erschlossen werden.

Quelle