13 April 2026, 04:05

Wie eine Schriftstellerin die verlorene Mutter und die deutsche Teilung wiederfand – und scheiterte

Alte Karte von Deutschland und Österreich auf altem Papier mit schwacher Schrift gedruckt.

Wie eine Schriftstellerin die verlorene Mutter und die deutsche Teilung wiederfand – und scheiterte

Eine Schriftstellerin hat nach Jahrzehnten der Trennung die Vergangenheit ihrer Mutter rekonstruiert. Geboren 1945, wurde sie in ein Kinderheim nach Wuppertal gebracht, während ihre Mutter auf Rügen blieb. Erst nach 40 Jahren der Suche kam es zur Wiederbegegnung.

Die Spannungen zwischen Ost und West bleiben im Alltag spürbar. Ob bei Fußballrivalitäten oder persönlichen Abneigungen – die Teilung zeigt sich auf unerwartete Weise.

Das frühe Leben der Autorin war von Abwesenheit geprägt. Ihre Mutter, die auf Rügen lebte, gab sie kurz nach der Geburt in ein Wuppertaler Kinderheim. Jahrzehnte später fand sie ihre Mutter schließlich in Bergen auf Rügen – doch die Wiedersehensfreude währte nur kurz: Kurze Zeit später nahm sich ihre Mutter das Leben.

Nach dem Mauerfall hoffte die Schriftstellerin, im Osten unterrichten zu können. Doch ihre Bewerbung wurde abgelehnt. Selbst Jahre später erlebte sie noch Feindseligkeit, als sie mit ihrem italienischen Schwiegersohn ein ostdeutsches Restaurant besuchte. Die Bestellung eines Cappuccinos löste offene Ablehnung aus.

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Auch im Fußball spiegeln sich die ungelösten Konflikte wider. Schalke-Fans skandierten bereits Parolen wie "Wir hassen Ostdeutschland", und gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Hooligans von RW Essen und Hansa Rostock verschärften die Spannungen weiter.

In Hattingen leben Menschen unterschiedlicher Herkunft nebeneinander. Türkische Einwohner treffen sich in einer örtlichen Moschee oder im Fußballverein, und im Stadtteil Holschentor gibt es ein internationales Frauenkaffee. Doch eine Gruppe, in der ehemalige DDR-Bürger ihre Geschichten teilen oder über ihre Erfahrungen diskutieren, sucht man vergeblich.

Die Geschichte der Autorin offenbart sowohl persönliche Verluste als auch tiefere gesellschaftliche Brüche. Der Suizid ihrer Mutter und die Ablehnung ihrer Bewerbung verweisen auf unbewältigte Teilungserfahrungen. Gleichzeitig zeigen Fußballgewalt und Alltagsfeindseligkeiten, wie sehr die Vergangenheit die Gegenwart prägt.

Hattingens vielfältige Begegnungsorte deuten auf Integration hin – doch das Fehlen von Erzählkreisen für Ostdeutsche verweist auf ein anhaltendes Schweigen. Die Suche nach Verbindung, sowohl persönlich als auch kulturell, bleibt unvollendet.

Quelle