WDR verlässt Bocklemünd: 1.000 Jobs in Köln stehen auf dem Spiel
Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) plant eine umfangreiche Verlegung seiner Standorte vom Gelände in Cologne-Bocklemünd. Durch den Umzug könnten am aktuellen Standort etwa 1.000 Arbeitsplätze wegfallen – derzeit sind dort rund 1.800 Mitarbeiter beschäftigt. Als Gründe für die Entscheidung nennt der Sender wirtschaftliche und betriebliche Erfordernisse.
Das Gelände in Bocklemünd war über Jahre ein zentraler Produktionsstandort des WDR. Hier befanden sich Studios für bekannte Formate wie "Kölner Treff", "Quarks" und "Tiere suchen ein Zuhause". Bis 2020 wurde dort zudem die langjährige ARD-Serie "Lindenstraße" produziert.
Laut WDR ist der Standort Bocklemünd wirtschaftlich nicht mehr tragbar. Der Sender will seine Ressourcen in der Kölner Innenstadt bündeln, um die Programmproduktion effizienter zu gestalten. Zudem erfordert die zunehmende Digitalisierung flexiblere und agilere Produktionsmethoden.
Ein eigens eingesetztes Projektteam soll nun den Umzugsbedarf prüfen und Alternativen für betroffene Abteilungen ausarbeiten. Erste Bereiche könnten ab 2028 an neue Standorte verlagert werden, die vollständige Umsetzung des Vorhabens ist bis 2035 geplant. Nach Abschluss des Umzugs will der WDR das Bocklemünder Gelände veräußern.
Die Verlegung könnte auch Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft haben: Weniger Beschäftigte vor Ort könnten die Nachfrage nach lokalen Dienstleistungen, Wohnraum und Infrastruktur verringern.
In den kommenden zehn Jahren wird der Umzug die Strukturen des WDR grundlegend verändern. Die derzeit in Bocklemünd ansässigen Abteilungen sollen schrittweise in die Kölner Innenstadt verlegt werden. Die Entscheidung des Senders spiegelt damit auch den allgemeinen Wandel in der Medienproduktion und die verschobenen wirtschaftlichen Prioritäten wider.