Vom Bandenmitglied zum Sternekoch: Tim Raues brutale Jugend in Kreuzberg
Theo SchulteVom Bandenmitglied zum Sternekoch: Tim Raues brutale Jugend in Kreuzberg
Der Berliner Sternekoch Tim Raue war einst Mitglied einer der gefürchtetsten Straßenbanden der Stadt. Mit 14 bis 16 Jahren gehörte er zu den „36 Boys“ in Kreuzberg – einer Gruppe, die für ihre brutale Gewalt bekannt war. Diese Zeit hinterließ bei ihm sowohl körperliche als auch seelische Narben, darunter eine sichtbare Spur von einem grausamen Aufnahmeritual.
Die „36 Boys“ beherrschten Teile Kreuzbergs mit einem Ruf für rücksichtslose Aggression. Auseinandersetzungen mit verfeindeten Banden waren an der Tagesordnung, und die Mitglieder kämpften oft um Ansehen und Status. Raue schloss sich ihnen an, auf der Suche nach Anerkennung und Respekt – trotz der damit verbundenen Gefahren.
Die Aufnahme in die Bande verlangte einen Dreiminutenkampf gegen zwei Gegner. Raue hielt die volle Zeit nicht durch, weigerte sich aber zu fliehen, selbst als der Drang zu flüchten überwältigend war. Die Prügel hinterließen eine bleibende Narbe.
Jahre später dokumentierte der Journalist Paul Christoph Gäbler die Geschichte der Bande in einem Buch – darunter auch Raues Erlebnisse. Der Koch distanziert sich heute offen von Gewalt und vertritt eine klare Abkehr von seinem früheren Handeln.
Mit Mitte Teenagerjahre endete Raues Zeit bei den „36 Boys“, doch die Erinnerungen blieben. Das Aufnahmeritual und die Bandenkonflikte prägten seine frühen Jahre auf eine Weise, die er bis heute anerkennt. Heute positioniert er sich öffentlich gegen die Gewalt, an der er einst teilhatte.






