Thailands wilde Tiger kehren zurück – doch in Gefangenschaft leiden sie weiter
Mia AlbrechtThailands wilde Tiger kehren zurück – doch in Gefangenschaft leiden sie weiter
Thailands wilde Tigerpopulation erholt sich langsam – doch hinter dem Fortschritt lauern Sorgen
In Thailands geschützten Gebieten wie dem Huai-Kha-Khaeng-Wildschutzgebiet streifen wieder rund 200 wilde Tiger umher. Dank intensiver Schutzmaßnahmen – darunter Anti-Wilderer-Patrouillen und die Wiederherstellung natürlicher Lebensräume – steigen die Bestände seit Jahren. Doch während die wilden Tiger langsam zurückkehren, gibt es weiterhin erhebliche Bedenken hinsichtlich der Haltung der Raubkatzen in kommerziellen Tierparks im ganzen Land.
Laut offiziellen Berichten des thailändischen Nationalpark-Amts verzeichnete die Population der wilden Tiger zwischen 2023 und 2025 ein stetiges Wachstum. Strenge Schutzvorkehrungen und die Erholung der Beutetiere trugen maßgeblich zu diesem Erfolg bei. Doch nicht alle Tiger Thailands profitieren von diesem Aufschwung: In zwei Einrichtungen im Norden des Landes starben allein 72 Tiger an Krankheiten – ein alarmierendes Zeichen für mangelnde Fürsorge.
In Parks wie dem Tiger Park in Pattaya können Besucher die Raubkatzen streicheln und sich mit ihnen fotografieren lassen. Erst kürzlich besuchte eine chinesische Familie die Anlage; der Vater äußerte Mitleid mit den Tieren. Unter ihnen war Nivea, eine einjährige Tigerin, die darauf trainiert wurde, menschlichen Kontakt widerstandslos zu dulden. Tierschützer kritisieren, dass ein solches Verhalten nicht auf natürlichen Instinkten, sondern auf Angst beruht. Zudem prangern sie die brutalen Dressurmethoden an, mit denen junge Tiger gebrochen werden.
Der Kontrast könnte kaum größer sein: Während Artenschutzprojekte den wilden Tigern neue Hoffnung geben, bleibt das Schicksal der Tiere in Unterhaltungsparks ein düsteres Kapitel. Zwar steigen die Bestände der wilden Tiger dank verschärfter Schutzmaßnahmen – doch die Haltung in kommerziellen Einrichtungen zieht weiterhin scharfe Kritik auf sich. Angesichts der wachsenden Überwachung durch Tierschutzorganisationen steht Thailand zunehmend unter Druck, das Wohl sowohl der wilden als auch der in Gefangenschaft lebenden Großkatzen zu verbessern.






