Salzburger Festspiele suchen nach Neuausrichtung nach Hinterhäusers Rücktritt
Mia AlbrechtSalzburger Festspiele suchen nach Neuausrichtung nach Hinterhäusers Rücktritt
Wechsel an der Spitze der Salzburger Festspiele nach Markus Hinterhäusers Abgang
Die Salzburger Festspiele stehen vor einem Führungswechsel, nachdem Markus Hinterhäuser am 26. März sein Amt niederlegte. Sein Rücktritt folgte auf unüberbrückbare künstlerische Differenzen. Nun übernimmt eine interimistische Leitung, während die Zukunft des Festivals geplant wird.
Hinterhäuser und die Festspielleitung hatten sich bereits Anfang dieses Jahres auf eine Trennung verständigt. Sein Vertrag wäre eigentlich erst am 30. September ausgelaufen, doch beide Seiten hielten die genauen Umstände vertraulich. Die Trennung offenbart vor allem Konflikte über die langfristige Ausrichtung des Events.
Während der Karwoche wurde Karin Bergmann gebeten, vorübergehend die künstlerische Leitung zu übernehmen. Mit 73 Jahren sieht sie die Position als Gelegenheit, ihre Karriere noch ein wenig zu verlängern. Ihren aktuellen Posten beim Salzkammergut-Festival in Gmunden will sie wegen dieser neuen Aufgabe jedoch nicht aufgeben.
Bergmann wird sich nicht um die feste künstlerische Intendanz ab 2028 bewerben. Sie betrachtet ihre interimistische Rolle eher als einen „Epilog“ denn als den Beginn eines neuen Kapitels. Überrascht zeigte sie sich darüber, dass sich nur vier Frauen, aber 17 Männer auf die Intendanz beworben hatten.
Hinter den Kulissen treibt das Festival das Projekt „Festspielbezirk 2030“ voran. Die erste Bauphase, die sich auf einen neuen Werkstattkomplex konzentriert, hat bereits die finanzielle Freigabe erhalten. Zudem führt Bergmann Gespräche, um für das Dramenprogramm 2027 eine Regiepersönlichkeit mit starkem Opernhintergrund zu gewinnen.
Die Salzburger Festspiele bleiben ein zentraler Wirtschaftsmotor für die Region und müssen vorerst keine Kürzungen der Subventionen fürchten. Bergmanns Übergangsführung sichert Kontinuität, während die Suche nach einer dauerhaften Lösung weitergeht. Die langfristigen Projekte des Festivals – darunter neue Infrastrukturvorhaben – sind bereits in vollem Gange.






