RWE warnt: Energiewende scheitert am zögerlichen Stromnetzausbau in Deutschland
Lea KochRWE-Chef Krebber: Netzausbau wird zum Problem - RWE warnt: Energiewende scheitert am zögerlichen Stromnetzausbau in Deutschland
RWE warnt vor schweren Hindernissen für die Energiewende wegen zögerlichem Netzausbau
Der Energiekonzern RWE hat davor gewarnt, dass die deutsche Energiewende vor großen Herausforderungen steht – vor allem wegen der langsamen Expansion der Stromnetze. Unternehmenschef Markus Krebber bezeichnete das aktuelle Tempo als "kritischen Flaschenhals" für neue Projekte. Dennoch treibt RWE den Ausbau erneuerbarer Energien in ganz Europa weiter voran.
Das Unternehmen realisiert derzeit mehrere Schlüsselforvorhaben, vor allem in England und Deutschland. In England arbeitet RWE mit dem Investmentunternehmen KKR an zwei Offshore-Windparks, Norfolk Vanguard East und West, die zusammen eine Leistung von 6,9 Gigawatt (GW) erbringen sollen. Ein weiteres englisches Projekt, Dogger Bank South, das RWE gemeinsam mit dem Emirates-Unternehmen Masdar entwickelt, wird zusätzliche 3 GW ins Netz einspeisen – wobei RWE einen Anteil von 3,1 GW hält. In Deutschland plant das Unternehmen in Lingen ein Batteriespeicherprojekt mit einer Kapazität von 400 Megawatt.
Krebber betonte, dass RWE dank seiner globalen Aufstellung Investitionen umschichten könne, falls sich die Rahmenbedingungen in Deutschland verschlechtern. Da das Unternehmen mehr Projekte in der Pipeline habe, als es finanzieren könne, würden Verzögerungen in einer Region das Gesamtwachstum nicht bremsen. Selbst eine Verlangsamung des Ausbau-temps in Deutschland hätte laut Krebber "keinerlei Auswirkungen" auf die Geschäftsaktivitäten von RWE.
Das eigentliche Problem liege jedoch in der Netzkapazität, so der Vorstandsvorsitzende. Neue Rechenzentren und Kraftwerke müssten teilweise jahrelang auf Netzanschlüsse warten. Ohne schnellere und kostengünstigere Modernisierungen der Stromnetze drohe Deutschland, im internationalen Wettbewerb der Energiewende zurückzufallen.
RWE bleibt flexibel und setzt seine Großprojekte sowohl in England als auch in Deutschland fort. Die Fähigkeit, Investitionen gezielt umzulenken, ermöglicht es dem Konzern, auf regionale Herausforderungen zu reagieren. Doch ohne dringende Verbesserungen der Netzinfrastruktur in Deutschland könnten künftige Energieprojekte weitere Verzögerungen erfahren.