Reizgas-Raub in Meerbusch: Opfer und Familie werden zu Tätern
Raubüberfall mit Reizgas in Meerbuscher Stadtteil Lank-Latum
Am Montagabend kam es in Meerbuschs Ortsteil Lank-Latum zu einem Raubüberfall unter Einsatz von Reizgas. Ein 20-jähriger Anwohner hatte über eine Online-Plattform den Verkauf eines Handys vereinbart, als zwei Täter ihn überfielen und beraubten. Der Vorfall ereignete sich gegen 21:20 Uhr in der Straße Im Schieb.
Während des Überfalls wurde das Opfer mit Reizgas besprüht. Schwerwiegende Verletzungen gab es zwar nicht, doch seine 44-jährige Mutter und eine jugendliche Schwester wurden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen, als sie kurz darauf am Tatort eintrafen. Die beiden Täter flohen anschließend in unterschiedliche Richtungen – einer in Richtung Rostocker Straße, der andere in Richtung Mühlenstraße.
Noch in derselben Nacht, gegen 23:30 Uhr, stellte der Geschädigte gemeinsam mit fünf Bekannten einen der mutmaßlichen Räuber am Busbahnhof Haus Meer in Büderich. Die Gruppe schlug und trat auf den Verdächtigen ein, möglicherweise wurde er auch mit einem Besenstiel geschlagen. Der Täter setzte erneut Reizgas ein, bevor er zur Entnahme einer Blutprobe auf eine Polizeidienststelle gebracht und später wieder auf freien Fuß gesetzt wurde.
Die Ermittler fahnden weiterhin nach dem zweiten Täter, der als 17-jähriger Jugendlicher mit arabischem Erscheinungsbild beschrieben wird. Zuletzt trug er hellblaue Jeans, eine schwarze Parajumpers-Jacke und einen Ziegenbart. Sowohl das Opfer als auch der Verdächtige haben inzwischen wechselseitig Anzeige erstattet – wegen schwerer Körperverletzung bzw. schweren Raubes.
Die Ermittlungen dauern an. Die Polizei sucht weiterhin nach dem flüchtigen Täter und prüft die Umstände der Auseinandersetzung. Im Zusammenhang mit beiden Vorfällen wurden keine weiteren Verletzungen gemeldet.
