Prominente stehen 2026 beim Münsteraner Karnevals-Prozess auf der Anklagebank
Lea KochProminente stehen 2026 beim Münsteraner Karnevals-Prozess auf der Anklagebank
Der 55. Paohlbürger Karnevalsgerichtshof in Münster veranstaltet in diesem Jahr einen prominenten Scheinprozess
Vier bekannte Persönlichkeiten – Mary Roos, Jörg Draeger, Clemens Tönnies und Oberbürgermeister Tilmann Fuchs – müssen sich bei der humorvollen Fiktionverhandlung vor ausverkauftem Publikum verantworten. Die seit Langem etablierte Karnevalstradition lockt mit ihrer spielerischen Abwandlung gerichtlicher Abläufe jedes Jahr zahlreiche Zuschauer.
Alle 200 Karten für die Ausgabe 2026 sind bereits vergriffen – ein Beweis für die anhaltende Beliebtheit des Spektakels. Organisiert von der Paohlbürger Karnevalsgesellschaft, verbindet die Veranstaltung Satire, Bühnenshow und unterhaltsame Leichtigkeit.
Der Scheinprozess, lokal auch als "Tennisplatz-Prozess" bekannt, ist seit 55 Jahren ein Höhepunkt des Münsteraner Karnevals. In diesem Jahr muss sich die Sängerin Mary Roos wegen angeblicher Verstrickungen in einen Skandal aus ihrer Musikkarriere verantworten. Der durch Der Preis ist heiß bekannte TV-Moderator Jörg Draeger wird unterdessen von seinem Freund und Kollegen Harry Wijnvoord verteidigt.
Unternehmer Clemens Tönnies wird beschuldigt, zu viel Geld in den FC Schalke 04 statt in seinen Heimatverein Preußen Münster investiert zu haben. Oberbürgermeister Tilmann Fuchs hingegen steht im Verdacht, bei städtischen Projekten allzu oft die Farbe Grün gewählt zu haben. Fuchs hat seine Unschuld öffentlich beteuert und versprochen, sie im Prozess zu beweisen. Alle vier Prominenten haben sich auf ihre Rollen vorbereitet und werden sich im fiktiven Gerichtssaal verteidigen.
Neben dem Scheinprozess kommen auch klassische Karnevalselemente zur Geltung, darunter die Prinzengarde, die Paohlkaballeros, die Tanzmariechen und der Paohlführer. Trotz der scherzhaften Anklagen werden die Beteiligten die theatralische Inszenierung mitspielen. Das Format verbindet Comedy und Improvisation, wobei jeder Angeklagte die Chance erhält, auf die übertriebenen Vorwürfe zu reagieren. Frühere Ausgaben boten ähnliche humorvolle Scheingefechte, die oft lokale Politik, Sport und Unterhaltung auf die Schippe nahmen.
Die ausverkaufte Veranstaltung verspricht einen Abend voller Lachen und Spektakel und führt eine Tradition fort, die Münster seit über fünf Jahrzehnten unterhält. Beim Karnevalsgerichtshof 2026 werden die vier prominenten "Angeklagten" die Bühne betreten und sich in einem rein der Unterhaltung dienenden Prozess verteidigen. Die Organisatoren bestätigten, dass alle Einnahmen aus dem Kartenverkauf lokalen Karnevalsaktivitäten und gemeinnützigen Zwecken zugutekommen.