16 March 2026, 18:09

Pflegekosten explodieren: Über 3.200 Euro Eigenanteil im Heim bis 2026

Ein älteres Weib liegt in einem Krankenhausbett mit einem weißen Laken und Kissen, während eine Krankenschwester neben ihr steht, mit einem Fenster mit Vorhängen im Hintergrund.

Pflegekosten explodieren: Über 3.200 Euro Eigenanteil im Heim bis 2026

Die Kosten für die Langzeitpflege in Deutschland haben neue Höchststände erreicht – Heimbewohner zahlen monatliche Rekordgebühren. Bis 2026 stiegen die Eigenanteile in Pflegeheimen im Durchschnitt auf über 3.200 Euro.

Doch auch die ambulante Pflege, oft als günstigere Alternative angesehen, belastet Familien finanziell stark.

Im Jahr 2024 zahlten Bewohner deutscher Pflegeheime im ersten Jahr durchschnittlich 2.907 Euro pro Monat. Bis 2026 stieg dieser Betrag auf 3.245 Euro – ein kontinuierlicher Anstieg. Trotz der steigenden Kosten erhalten jedoch die meisten Pflegebedürftigen (85,9 %) weiterhin Unterstützung zu Hause.

Die Ausgaben für die häusliche Pflege variieren stark: Sie reichen von 340 bis zu 7.441 Euro monatlich, wobei der Median bei 2.085 Euro liegt. Bei schwerer Pflegebedürftigkeit können die Eigenanteile jedoch über 7.000 Euro im Monat betragen. Mehr als die Hälfte (54,5 %) der häuslichen Pflege wird ausschließlich durch unbezahltes Engagement von Angehörigen getragen.

Offiziell priorisiert das deutsche Sozialsystem die häusliche Pflege gegenüber stationären Einrichtungen. Doch der Bundesverband der Angehörigenpflege kritisiert das aktuelle System als "skandalöses Ungleichgewicht". Die häusliche Pflege sei entgegen verbreiteter Annahmen kaum günstiger als die Heimunterbringung, so der Verband. Er fordert die Bundesregierung nun auf, diese Disparitäten zu beheben.

Nach deutschem Recht haben Pflegebedürftige das Recht, selbst zu entscheiden, wo und wie sie versorgt werden.

Die finanzielle Belastung wächst sowohl für Heimbewohner als auch für Empfänger ambulanter Pflege. Da Angehörige unentgeltlich pflegen und die Kosten in beiden Bereichen steigen, werden die Rufe nach politischen Reformen lauter. Die Kluft zwischen den Kosten für stationäre und häusliche Pflege bleibt ein zentrales Thema für Politiker und Familien gleichermaßen.

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