Öffentlicher Sektor setzt auf Cloud – doch die Umsetzung hinkt hinterher
Mia AlbrechtÖffentlicher Sektor setzt auf Cloud – doch die Umsetzung hinkt hinterher
Cloud-Technologie wird für den öffentlichen Sektor immer unverzichtbarer, da sie die digitale Transformation der Behörden vorantreibt. Eine aktuelle Studie zeigt sowohl Fortschritte als auch anhaltende Herausforderungen bei der Einführung in verschiedenen Institutionen auf.
Laut dem Bericht erkennen 60 Prozent der öffentlichen Einrichtungen die Cloud-Nutzung mittlerweile als wichtig an. 66 Prozent von ihnen planen, in den kommenden Jahren Dienstleistungen in die Cloud zu verlagern. Allerdings verfügen nur 22 Prozent über eine ausgearbeitete Cloud-Strategie, während sich 29 Prozent noch in der Planungsphase befinden.
Private-Cloud-Lösungen sind mit 56 Prozent am beliebtesten, dicht gefolgt von der Government Cloud des Bundes (DVC) mit 53 Prozent. Dennoch haben weniger als 10 Prozent die BSI-Sicherheitsrichtlinien für die Cloud vollständig umgesetzt, und etwa 20 Prozent arbeiten noch an der Implementierung.
Für die meisten Befragten haben Datenhoheit und operationelle Souveränität höchste Priorität. Open-Source-Lösungen werden dagegen kaum bevorzugt. Rund 55 Prozent der Behörden verfügen über keine direkten Erfahrungen mit Cloud-Technologien, und 50 Prozent betrachten sie weiterhin als reines IT-Thema statt als strategisches Werkzeug für den gesamten Betriebsablauf. Die Studie zeigt zudem, dass 15,37 Prozent spezialisierte Schulungen für Mitarbeiter anstreben, während 14,63 Prozent Unterstützung bei der Entwicklung von Cloud-Strategien wünschen.
Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass viele Behörden in einem Kreislauf begrenzter Fortschritte gefangen sind. Ein Grund dafür ist das fehlende Angebot an Verwaltungsdienstleistungen als Cloud-basierte Lösungen. Die DVC wird voraussichtlich ihren Fokus vor allem auf Software-as-a-Service (SaaS) für spezifische Verfahren legen.
Die Ergebnisse verdeutlichen eine klare Lücke zwischen der anerkannten Bedeutung der Cloud-Technologie und ihrer tatsächlichen Umsetzung. Viele Einrichtungen müssen noch Strategien entwickeln, die Sicherheitscompliance verbessern und praktische Erfahrungen sammeln. Ohne diese Schritte könnte die Einführung trotz wachsender Nachfrage nur langsam vorankommen.






