15 March 2026, 08:04

Maria Kalesnikawa nach fünf Jahren Haft frei – ein Symbol des Widerstands kehrt zurück

Ein Mann sitzt auf einem Stuhl vor einer Menge und hält ein Mikrofon in der Hand, mit einem Glas und einer Flasche auf dem Tisch daneben und einem blauen Bildschirm mit gelben Sternen im Hintergrund.

Maria Kalesnikawa nach fünf Jahren Haft frei – ein Symbol des Widerstands kehrt zurück

Die belarussische Oppositionsführerin Maria Kalesnikawa kam im Dezember 2025 nach mehr als fünf Jahren Haft aus dem Gefängnis frei. Ihre Entlassung erfolgte Jahre, nachdem sie und andere Aktivist:innen 2022 mit dem renommierten Internationalen Karlspreis für ihren Einsatz gegen das autoritäre Regime ausgezeichnet worden waren. Die Verleihung würdigte ihren Kampf für Demokratie in Belarus, wo die Repression unter Präsident Alexander Lukaschenko seit 2020 weiter zugenommen hat.

Kalesnikawas Inhaftierung begann im September 2020, als sie während der gewaltsamen Niederschlagung von Protesten in Minsk festgenommen wurde. Ein Jahr später verurteilte ein Gericht sie zu elf Jahren Haft. Trotz ihrer Gefangenschaft erhielt sie gemeinsam mit anderen Oppositionellen 2022 den Karlspreis – eine Anerkennung ihres Widerstands gegen Lukaschenkos Regime.

Der seit 1950 verliehene Preis ehrt Persönlichkeiten, die sich für die europäische Einheit und demokratische Werte einsetzen. Kalesnikawas Fall erregte internationale Aufmerksamkeit; Politiker wie der ehemalige deutsche Spitzenkandidat Armin Laschet trafen sie, um ihre Solidarität mit der belarussischen Demokratiebewegung zum Ausdruck zu bringen.

Zum Zeitpunkt ihrer Freilassung steckte Belarus seit Jahren in einer wirtschaftlichen Abwärtsspirale. Westliche Sanktionen und die Abhängigkeit von Russland ließen das Land Anfang 2026 ohne Aussicht auf Erholung zurück. Unterdessen unterdrückte Lukaschenkos Regierung weiterhin jeden Widerstand und hielt die Opposition mit harter Hand im Griff.

Kalesnikawa lebt nun in Deutschland, nachdem sie ihre vollständige Haftstrafe verbüßt hat. Ihre Freilassung folgt auf eine Phase anhaltender Unterdrückung in Belarus, wo politische Opposition weitgehend zum Schweigen gebracht wurde. Die wirtschaftlichen Probleme des Landes und die zunehmende Bindung an Russland stehen in krassem Gegensatz zu den demokratischen Idealen, für die sie und andere gekämpft haben.

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