Manfred Güllner zieht sich aus Forsa-Führung zurück – bleibt aber als Berater
Charlotte KrügerManfred Güllner zieht sich aus Forsa-Führung zurück – bleibt aber als Berater
Manfred Güllner, eine prägende Figur der deutschen Meinungsforschung, zieht sich aus der operativen Führung der Forsa GmbH zurück. Der Schritt erfolgt nach mehr als einem Jahrzehnt, in dem er das Unternehmen als zentralen Akteur in der politischen Umfrageforschung etabliert hat. Zwar gibt er die tägliche Geschäftsführung ab, bleibt dem Unternehmen jedoch als Berater und Kommentator verbunden.
Güllner machte seine Leidenschaft für die Meinungsforschung früh zum Beruf. Im Laufe der Jahre half er Forsa, sich als wichtiger Player in der politischen Umfrageforschung zu positionieren. Das Institut führte große Studien durch, darunter die Sonntagsfrage für RTL/ntv und den Deutschland-Monitor 2025, sowie Projekte für den DGB und andere Auftraggeber.
Sein Rückzug aus der operativen Verantwortung wurde am 20. Februar 2026 formal besiegelt. Dennoch wird er weiterhin täglich Umfragedaten erhalten, um gesellschaftliche Trends zu beobachten. Neben der Beratung der Forsa-Geschäftsführung plant er, seinen Newsletter weiter zu veröffentlichen und Medienorganisationen mit Analysen zu versorgen.
Güllner hat wiederholt vor den Gefahren eines Missbrauchs von Umfragedaten gewarnt. Er kritisiert Politiker und Journalisten, die Ergebnisse selektiv heranziehen, um damit vorgefertigte Narrative zu stützen. Ein weiteres Problem sieht er in der Verbreitung unzuverlässiger Daten durch unseriöse Anbieter innerhalb der Branche.
Für ihn bedeutet gute Forschung, die zentralen Erkenntnisse in einen größeren Kontext einzuordnen. Er betont, dass das Verständnis dafür, warum Menschen bestimmte Ansichten vertreten, direkte Befragungen erfordert – und nicht allein auf Daten von Technologiekonzernen gestützt werden darf. Trotz des Aufstiegs von Big Data hält er die klassische Marktforschung für unverzichtbar.
Güllners Wechsel in eine beratende Rolle markiert eine neue Phase für Forsa. Das Unternehmen wird seine hochkarätigen Umfrageprojekte fortsetzen, während er sich auf die Interpretation von Trends und die strategische Ausrichtung konzentriert. Sein Fokus auf Kontext und den direkten Austausch mit Befragten wird die Debatten über Datenintegrität in den kommenden Jahren voraussichtlich prägen.






