13 March 2026, 14:04

Machtkampf im Kfz-Gewerbe: ZDK und ZVK liefern sich erbitterten Verbandsstreit vor Gericht

Eine Gruppe von Männern in Anzügen und Krawatten steht neben einem schwarzen Auto auf einer Straße, umgeben von Gebäuden, Fahnen, Pfählen, Bäumen, Pflanzen und Blumen, scheinbar über die neue BMW 7er-Reihe diskutierend.

Machtkampf im Kfz-Gewerbe: ZDK und ZVK liefern sich erbitterten Verbandsstreit vor Gericht

Ein erbitterter Streit zwischen dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und seinem Landesverband, dem Zentralverband des Kraftfahrzeughandwerks (ZVK), ist in juristische Auseinandersetzungen eskaliert. Im Mittelpunkt des Konflikts stehen Mitgliedsbeiträge, Führungsfragen und die künftige Struktur der Organisation. Beide Seiten haben nun formelle Schritte eingeleitet: Es wurden Klagen eingereicht, und im Januar wurden Satzungsreformen durchgesetzt.

Der Streit begann, als der ZVK ab Oktober 2025 95 Prozent der Mitgliedsbeiträge des ZDK forderte. Neun Landesinnungsverbände, unterstützt vom ZDK, reagierten mit Klagen, um diesen Schritt zu blockieren. Daraufhin führte der ZDK eine überarbeitete Beitragsstruktur ein – woraufhin die Handwerksseite weitere rechtliche Schritte ankündigte.

Der ZDK hat zudem seine internen Regeln grundlegend überarbeitet, um den Einfluss des ZVK zu verringern. Garantierte Führungspositionen für den ZVK wurden abgeschafft, sodass der ZDK nun die volle Kontrolle über seine eigene Governance hat. Gremien fungieren künftig nur noch als beratende Organe, und die Sprecherrechte wurden zentral bei der Bonner Hauptgeschäftsstelle gebündelt.

Um eine Zersplitterung zu verhindern, schafft der ZDK direkte Mitgliedschaftswege für Werkstätten, die sich der Zentrale anschließen können. Zudem hat er zugesagt, in betroffenen Regionen stärker präsent zu sein und Unternehmen über die möglichen Folgen eines Austritts aufzuklären. Die Reformen, die als Schritt zu mehr Transparenz und Branchenausrichtung beworben werden, markieren den ersten Schritt in Richtung einer formellen Trennung der beiden Verbände.

Die Veränderungen fallen in eine Phase, in der lang schwelende Spannungen ihren Höhepunkt erreichen. Zwar hat der Rechtsstreit um Kfz-Prüfgebühren an Brisanz verloren, doch wirft der ZDK dem ZVK vor, die Krise bewusst eskaliert zu haben, um eine Spaltung zu erzwingen.

Mit der Satzungsreform verlagert der ZDK die Macht weg vom ZVK und festigt die Kontrolle über Mitgliedschaften und Führung. Nun werden Gerichtsverfahren entscheiden, wie die Beiträge verteilt werden und ob die beiden Verbände künftig noch zusammenarbeiten können. Das Ergebnis wird die Zukunft der deutschen Kfz-Wirtschaftsverbände prägen.

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