Kunstakademie Düsseldorf hält an umstrittener Künstlerin trotz Antisemitismus-Vorwürfen fest
Mia AlbrechtPalästinensischer Künstler tritt nicht an der Akademie auf - Kunstakademie Düsseldorf hält an umstrittener Künstlerin trotz Antisemitismus-Vorwürfen fest
Eine geplante Veranstaltung an der Kunstakademie Düsseldorf mit der palästinensischen Künstlerin Basma al-Sharif hat für Kontroversen gesorgt. Jüdische Organisationen fordern die Absage und verweisen dabei auf ihre Aktivitäten in sozialen Medien. Die Akademie hingegen verteidigt die Einladung und betont ihre Haltung zur künstlerischen Freiheit.
Die für den 21. Januar 2026 vorgesehene Veranstaltung umfasst eine von Studierenden moderierte Diskussion, die einen respektvollen Austausch fördern soll. Die Akademie unterstützt studentische Initiativen – auch zu kontroversen Themen –, sofern diese klare Richtlinien einhalten.
Kritik kam auf, nachdem jüdische Gruppen – darunter das Netzwerk Jüdischer Hochschullehrender (NJH), die WerteInitiative und das Jüdische Forum der CDU NRW – al-Sharif vorwarfen, Terrorismus zu verherrlichen und antisemitische Inhalte zu verbreiten. In einem offenen Brief argumentierten sie, ihre Beiträge verharmlosten den Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 und stellten Israels Existenzrecht infrage. Die Akademie entgegnete, dass Antisemitismus, Terrorismus und Bedrohungen gegen Israels Existenz nicht toleriert würden. Verantwortliche trafen sich mit den studierenden Organisator:innen, um Rahmenbedingungen für die Veranstaltung festzulegen, und betonten, al-Sharif sei aufgrund ihres international anerkannten künstlerischen Schaffens eingeladen worden. Trotz der Kritik lehnt die Institution eine Absage ab. Sie beharrt darauf, dass künstlerische Freiheit ein zentraler Grundsatz bleibe, versichert aber, die Diskussion werde verantwortungsvoll gestaltet.
Die Akademie hält an der Veranstaltung fest – mit strengen Maßnahmen, um einen respektvollen Diskurs zu gewährleisten. Jüdische Gruppen lehnen die Teilnahme der Künstlerin weiterhin ab und argumentieren, bestimmte Äußerungen überschritten ethische Grenzen. Das Ergebnis könnte prägend für den Umgang mit ähnlichen Debatten in zukünftigen akademischen Kontexten sein.