Klimaproteste im Ruhrgebiet: Aktivisten legen fossile Infrastruktur lahm und fordern Energiewende
Charlotte KrügerKlimaproteste im Ruhrgebiet: Aktivisten legen fossile Infrastruktur lahm und fordern Energiewende
Klimaproteste breiten sich im Ruhrgebiet aus – Aktivisten blockieren fossile Infrastruktur
Im gesamten Ruhrgebiet haben Klimaproteste an Fahrt aufgenommen, nachdem Aktivistinnen und Aktivisten gezielt fossile Energiestandorte ins Visier genommen haben. Am Freitag beteiligten sich rund 1.500 Demonstrantinnen und Demonstranten an koordinierten Aktionen, bei denen Kraftwerke und Industrieanlagen blockiert wurden. Die antikapitalistische Bewegung Ende Gelände führt die Kampagne an; für Samstag wird mit Tausenden weiteren Teilnehmenden bei einer Großdemonstration gerechnet – unterstützt von Umweltverbänden und der Aktivistin Greta Thunberg.
Bereits in den frühen Morgenstunden hatten Protestierende das Kraftwerk Scholven in Gelsenkirchen lahmgelegt, wo Betreiber den Bau einer weiteren Gasanlage planen. Zudem besetzten Aktivisten Gleisanlagen des Europipe-Werks in Mülheim an der Ruhr, Europas größtem Hersteller von Pipeline-Rohren. Als symbolische Geste montierten Demonstranten auf dem Gelände des Kraftwerks Scholven Solarpaneele, um den Ausbau erneuerbarer Energien zu fordern.
Unterdessen zogen in Hamm Hunderte Ende Gelände-Aktivisten zum Hauptbahnhof und trugen Transparente mit der Forderung nach Enteignung der Energiekonzerne. Eine weitere Gruppe störte den Schichtwechsel im Stahlwerk Friedrich Wilhelms Hütte des Rüstungskonzerns KNDS. Die Protestierenden kritisierten, dass das Unternehmen statt Komponenten für Windkraftanlagen Panzerstahl produziere.
Rechtliche Auseinandersetzungen prägten ebenfalls die Proteste: Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen bestätigte ein Polizeiverbot für Demonstrationen am Kraftwerk Gersteinwerk – mit Verweis auf die Gefahr zivilen Ungehorsams. Trotz der Einschränkungen setzten Aktivisten ihre Blockaden an zentralen Standorten fort, die mit dem Ausbau fossiler Gase verbunden sind.
Die Proteste spiegeln den wachsenden Widerstand gegen Deutschlands Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen wider. Mit einer weiteren Großdemonstration am Samstag wollen die Organisatoren den Druck auf die Energiepolitik erhöhen. Die Aktionen haben bereits den Betrieb großer Industrieanlagen beeinträchtigt und lenken die Aufmerksamkeit auf die Forderung nach einem schnelleren Umstieg auf Erneuerbare.






