Kirche warnt vor Antisemitismus und finanziellen Krisen der Diakonie
Superintendentin Dr. Ilka Werner hat ihren Jahresbericht an die evangelischen Gemeinden vorgelegt – darin geht sie auf drängende Herausforderungen ein und bekräftigt die Haltung der Kirche zu Israel. Besonders thematisierte sie den besorgniserregenden Anstieg des Antisemitismus sowie die finanzielle Belastung der Diakonie, des sozialen Wohlfahrtszweigs der Kirche.
In ihrem Bericht verurteilte Werner den wachsenden Antisemitismus als unerträglich – trotz des früheren Gelöbnisses „Nie wieder!“. Sie rief zu Solidarität mit Israel auf und zitierte aus der Kirchenverfassung: „Die Evangelische Kirche im Rheinland bezeugt die Treue Gottes, die in seiner Erwählung Israels als sein Volk unverbrüchlich bleibt. Gemeinsam mit Israel hofft sie auf einen neuen Himmel und eine neue Erde.“ Betont wurde, dass Christen an der Seite Israels stehen müssten; zugleich mahnte sie zu Demut und einer klaren Haltung gegen Antisemitismus.
Werner warnte zudem vor den finanziellen Engpässen der Diakonie: Steigende Personalkosten gefährdeten die Angebote, und ohne zusätzliche staatliche Unterstützung seien Kürzungen kaum zu vermeiden. Sie würdigte zwar die herausragende Arbeit der Mitarbeiter:innen, betonte aber die Notwendigkeit größerer Entlastung.
Auch strukturelle Veränderungen stehen an: Der Kirchenkreis wird die Bereiche Kirchenmusik, Kinder- und Jugendarbeit zentral organisieren und hierfür festes Personal einstellen. Pfarrer:innen sollen künftig in regionalen Teams arbeiten und weiter gefasste Aufgaben übernehmen, wobei jede Gemeinde mindestens eine:n eigene:n Pfarrer:in behält. Ab kommendem Jahr werden drei regionale Cluster gebildet, um die Zusammenarbeit zu intensivieren.
Die Kirche steht vor finanziellen wie ethischen Herausforderungen. Werners Appell für Solidarität mit Israel und ihre Warnungen zur Zukunft der Diakonie unterstreichen den Handlungsbedarf. Die geplante Neuordnung zielt darauf ab, die kirchliche Arbeit zu stärken – ohne die Unterstützung für die Gemeinden zu vernachlässigen.
