10 April 2026, 20:04

Kiekert meldet vorläufige Insolvenz – wer trägt die Schuld an der Krise?

Chinesisches Aktienzertifikat mit detaillierten Designs und bilingualem Text in Chinesisch und Englisch.

Chinesischer Eigentümer möchte Kiekert behalten - Kiekert meldet vorläufige Insolvenz – wer trägt die Schuld an der Krise?

Kiekert, der weltweite Marktführer für Automobil-Verriegelungssysteme, hat vorläufige Insolvenzverfahren eingeleitet. Das Unternehmen beschäftigt rund 4.500 Mitarbeiter, steht nun aber vor finanziellen Unsicherheiten. Der Betrieb läuft vorerst unverändert weiter, die Löhne sind bis November gesichert.

Der Insolvenzantrag folgte, nachdem der chinesische Hauptanteilseigner Lingyun zugesagte Finanzmittel nicht bereitstellte. Die Lücke belief sich auf mehrere hundert Millionen Euro und ließ das Unternehmen zahlungsunfähig werden. Lingyun, das Kiekert 2012 übernommen hatte, behauptet, erst durch Medienberichte von der Insolvenz erfahren zu haben.

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Unternehmenschef Jérôme Debreu macht Lingyun für die Krise verantwortlich: Der Eigentümer habe nicht nur die Freigabe von Geldern verweigert, sondern auch den Zugang zu wichtigen Märkten blockiert. Dennoch strebt die Geschäftsführung an, sich von dem chinesischen Investor zu lösen, um das Wachstum wiederherzustellen und Kiekerts Position als zentraler Zulieferer der Automobilbranche zu sichern.

Lingyun hingegen besteht darauf, die Mehrheit an Kiekert zu behalten. Zu den erklärten Zielen gehören der Gläubigerschutz, die Bereitstellung von Liquidität und die langfristige Sicherung des Unternehmens. Bis auf Weiteres laufen alle Produktionsstandorte wie gewohnt weiter, die Mitarbeitergehälter sind für die nächsten zwei Monate garantiert.

Das Insolvenzverfahren ist eingeleitet, doch die Fabriken bleiben geöffnet. Während die Löhne bis November gesichert sind, laufen Verhandlungen über die Zukunft des Unternehmens. Entscheidend wird sein, ob Lingyun die notwendige Finanzierung aufbringt – oder ob es der Geschäftsführung gelingt, sich von dem Anteilseigner zu trennen.

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