16 March 2026, 06:05

Islamfeindliche Hasskriminalität erreicht in Deutschland traurigen Rekordhöchststand

Ein Schwarz-Weiß-Plakat mit einem Mann in einem Helm mit einem Nazi-Symbol und einem begleitenden Text, der wahrscheinlich eine Propagandabotschaft enthält.

Islamfeindliche Hasskriminalität erreicht in Deutschland traurigen Rekordhöchststand

Islamfeindliche Hasskriminalität in Deutschland hat laut neuen Zahlen des Innenministeriums Rekordwerte erreicht. Meldungen über verbale Beleidigungen, körperliche Angriffe und Sachbeschädigungen verdoppelten sich 2023 nahezu – und die Vorfälle nehmen auch 2024 weiter zu. Betroffene berichten, sie würden wegen religiöser Kleidung angegriffen oder fälschlich mit extremistischen Gruppen in Verbindung gebracht.

Allein im Jahr 2023 registrierte die Polizei bundesweit 1.926 islamfeindliche Straftaten – ein Anstieg um 140 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders stark war der Zuwachs in Nordrhein-Westfalen, wo sich die Fallzahlen von 110 im Jahr 2021 auf 338 im Jahr 2024 verdreifachten. Behörden führen den Anstieg unter anderem auf die seit dem 7. Oktober 2023 gestiegenen Spannungen zurück, da Muslime zunehmend unter Generalverdacht geraten.

Betroffene wie Büsra Ocakdan, die ein Kopftuch trägt, erlebten körperliche Übergriffe und wiederholte Belästigungen. Andere berichten von öffentlichen Beschimpfungen oder dem Vorwurf, Verbindungen zum Terrorismus zu haben. Selbst kleine Rücksichtnahmen – etwa die Unterbrechung eines Fußballspiels, um muslimischen Spielern das Fastenbrechen während des Ramadan zu ermöglichen – lösten rassistische Hasswellen im Netz aus.

Heval Akil, ein syrischer Geflüchteter und ehemaliger Vereinsvorsitzender eines Fußballclubs, erlebte Diskriminierung sowohl als Spieler als auch als Trainer. Mittlerweile rät er anderen, in Konfliktsituationen ruhig zu bleiben und sich zurückzuziehen, statt sich auf Konfrontationen einzulassen. Das Innenministerium rechnet für 2025 mit einem ähnlich hohen Niveau an anti-muslimischen Angriffen, sollte sich der aktuelle Trend fortsetzen.

Die Daten zeigen einen deutlichen Anstieg der Feindseligkeit gegenüber Muslimen in ganz Deutschland. Die Behörden verzeichneten mehr Übergriffe, Beleidigungen und Drohungen als in den Vorjahren. Ohne Gegenmaßnahmen, warnen die Verantwortlichen, werde sich dieses Muster voraussichtlich auch 2025 fortsetzen.

Quelle