IG Metall in NRW verliert tausende Mitglieder durch Jobabbau in der Industriekrise
Mia AlbrechtIG Metall verliert Mitglieder in NRW - IG Metall in NRW verliert tausende Mitglieder durch Jobabbau in der Industriekrise
NRWs Industrie in der Krise: IG Metall verzeichnet dramatischen Mitgliederschwund
Die deutsche Industrie steht vor tiefgreifenden Herausforderungen – mit Stellenabbau und sinkenden Gewerkschaftszahlen. Besonders in Nordrhein-Westfalen (NRW) meldet die IG Metall für 2024 einen deutlichen Rückgang. Als Hauptgrund nennt der Landesbezirksvorsitzende die anhaltenden Jobverluste in der Branche.
Allein im vergangenen Jahr sank die Mitgliederzahl der IG Metall in NRW um 4,4 Prozent – ein stärkerer Rückgang als in den Vorjahren. Zwischen 2014 und 2024 verlor die Gewerkschaft in der Region rund 100.000 Mitglieder. 2023 traten 24.382 Beschäftigte aus, weitere 7.307 schieden durch Tod oder andere Gründe aus. Dem standen nur 15.746 Neuzugänge gegenüber.
Knut Giesler, Chef der IG Metall NRW, führt den Schwund auf die schrumpfende Industriebelegschaft zurück. Im Metall- und Elektrobereich des Landes gehen monatlich etwa 2.100 Arbeitsplätze verloren. Große Unternehmen wie Ford Deutschland oder die Stahlsparte von Thyssenkrupp haben massiv Stellen abgebaut – was die Verunsicherung der Beschäftigten verstärkt. Giesler fordert die Politik zum Handeln auf: Er plädiert dafür, bei öffentlichen Aufträgen und Infrastrukturprojekten die regionale Wertschöpfung zu priorisieren. Zudem verlangt er schnellere Genehmigungsverfahren und stärkere Investitionszusagen der Arbeitgeber für den Standort NRW.
Die Zahlen von 2024 markieren den stärksten Mitgliederrückgang seit Jahren für die IG Metall in NRW. Die anhaltenden Jobverluste in der Produktion treiben viele Beschäftigte aus der Gewerkschaft. Ohne Gegenmaßnahmen könnte sich der Trend verschärfen, da die strukturellen Umbrüche in der Industrie an Fahrt aufnehmen.