GLS Bank zwischen Kritik und Rückhalt nach Kontoschließungen linker Gruppen
Charlotte KrügerGLS Bank zwischen Kritik und Rückhalt nach Kontoschließungen linker Gruppen
GLS Bank gerät nach Kontoschließungen linker Gruppen in die Kritik
Auf der Mitgliederversammlung der GLS Bank in Bochum sah sich die Bank heftiger Kritik ausgesetzt, nachdem sie Konten mit Verbindungen zu linksextremen Gruppen geschlossen hatte. Die Entscheidung löste Proteste, juristische Schritte und einen offenen Brief aus, der von Tausenden unterzeichnet wurde. Trotz der Kontroverse erhielt die Bankführung jedoch deutliche Rückendeckung von den Mitgliedern.
Auslöser des Streits war die Kündigung von Konten der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und der Gefangenenhilfsorganisation Rote Hilfe durch die GLS Bank. Die Maßnahme führte zu massivem Widerstand, darunter eine gerichtliche Anordnung, die die Sparkasse Göttingen zwang, die Konten der Roten Hilfe wiederherzustellen. Auf der Versammlung stimmten 676 von 720 Mitgliedern dafür, den Vorstand im Amt zu belassen.
Die GLS Bank verteidigte ihr Vorgehen und wies politische Motive zurück. Stattdessen verwies sie auf gesetzliche Pflichten, die Banken verpflichten, verdächtige Transaktionen zu melden. Die Initiative Stop Debanking bestätigte später, dass Aufsichtsbehörden solche Regeln tatsächlich durchsetzen. Dennoch warfen Kritiker wie der DKP-Bundesgeschäftsführer Klaus Leger der Bank „vorauseilenden Gehorsam“ vor und kündigten an, die Geschäftsbeziehung zu beenden.
In einem offenen Brief, der von Tausenden unterzeichnet wurde, wurde vor einem „dramatischen Vertrauensverlust“ gewarnt, sollte die Entscheidung bestehen bleiben. Als Reaktion führte die GLS Bank Gespräche mit betroffenen Kunden und bot Beratung an, um auffällige Transaktionen zu vermeiden. Der ehemalige grüne Vizekanzler Robert Habeck nahm zudem am Nachhaltigkeitsfestival teil, auf dem die Versammlung stattfand.
Trotz der Aufregung sind die Konten der Roten Hilfe bei der GLS Bank vorerst weiterhin aktiv. Die Bank hat keine weiteren Schließungen angekündigt, besteht jedoch auf die Einhaltung finanzieller Vorschriften.
Die Abstimmung auf der Versammlung bestätigte die Bankführung in ihrem Amt, doch der Konflikt bleibt ungelöst. Linksgruppen setzen sich weiterhin gegen Kontoschließungen zur Wehr, während die GLS Bank auf ihre Compliance-Pflichten pocht. Das Ergebnis könnte prägend dafür sein, wie andere ethische Banken künftig mit politisch sensiblen Kunden umgehen.






