13 June 2026, 14:03

Forscher gewinnen Kupfer und Edelmetalle aus Müllverbrennungsasche zurück

Zement statt Deponie - Recycling von Müllverbrennungsrückstand

Forscher gewinnen Kupfer und Edelmetalle aus Müllverbrennungsasche zurück

Die Universität Duisburg-Essen hat ein Verfahren entwickelt, um Kupfer und andere wertvolle Metalle aus Müllverbrennungsasche zurückzugewinnen. Die Innovation entstand im Rahmen des Projekts EMSARZEM, das zudem das Ziel verfolgt, die verbleibende Asche für die Zementherstellung wiederzuverwerten. Gefördert wurde die Initiative vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Allein im Jahr 2022 verbrannte Deutschland rund 25 Millionen Tonnen Abfall. Mit herkömmlichen Methoden konnten daraus etwa 600.000 Tonnen Metalle zurückgewonnen werden. Dennoch landet ein Großteil der Asche – insbesondere der feinkörnige Anteil – trotz eines durchschnittlichen Kupfergehalts von bis zu 0,5 Prozent auf Deponien.

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Hier setzt das EMSARZEM-Projekt an und erschließt diese bisher ungenutzte Ressource. Theoretisch ließen sich mit dem neuen Verfahren jährlich bis zu 8.000 Tonnen Kupferkonzentrat aus der Asche gewinnen – darunter rund 2.800 Tonnen Kupfer, 20 Tonnen Silber und 100 Kilogramm Gold. Ein großtechnischer Versuch im Juli 2023 bestätigte die Machbarkeit der Methode.

Die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Projekts hängt von zwei Faktoren ab: Der Abbau von Kupfererz lohnt sich erst ab einem Kupfergehalt von mindestens 0,3 Prozent – ein Wert, den die Asche erfüllt. Zudem wird das Verfahren kosteneffizient, wenn der verbliebene Mineralanteil weiterverwendet werden kann, etwa in der Zementproduktion.

EMSARZEM zeigt damit einen Weg auf, wie aus Abfall wertvolle Rohstoffe werden. Das Verfahren könnte beträchtliche Mengen an Kupfer, Silber und Gold zurückgewinnen und gleichzeitig die Deponienutzung verringern. Der erfolgreiche Großversuch markiert einen wichtigen Schritt hin zu einer praktikablen und nachhaltigen Metallrückgewinnung aus Verbrennungsasche.

Quelle