Caren Jess' Bookpink – Neuankömmlinge feiert düstere Premiere in Berlin
Caren Jess' Stück Die Katze Eleonore feierte 2023 in Dresden Premiere und verband surreale Verwandlungen mit scharfer Gesellschaftskritik. Die Handlung folgt einer Frau, die sich in eine Katze verwandelt, um den Druck des menschlichen Daseins zu entfliehen. Nun hat ihr neues Werk, Bookpink – Neuankömmlinge, am Berliner Deutschen Theater Premiere gefeiert und setzt ihre Auseinandersetzung mit Macht, Kontrolle und Überleben fort.
In Bookpink – Neuankömmlinge leiden Tiere unter der Herrschaft des Menschen. Eine Szene zeigt einen Zilpzalp, der einen Käfigvogel mit vorgetäuschter Freiheit ködert, um ihn anschließend auszubeuten. In einer anderen Sequenz durchlebt ein von Daria von Loewenich gespielter Kolibri-Influencer eine missglückte Sterilisation – ein drastisches Bild für körperliche Selbstbestimmung und systemische Gewalt.
Der Dialog des Stücks verwebt sozialdarwinistische Klischees, rassistische Mythen und Kapitalismuskritik. Es untersucht, wie Anpassungsdruck und strukturelle Gewalt das Verhalten von Menschen und Tieren prägen. Kathrin Froschs mutige, von Pop-Art inspirierte Kostüme und das Bühnenbild unterstreichen den surrealen, doch beißend gesellschaftskritischen Ton der Inszenierung.
Wie schon Die Katze Eleonore endet auch das neue Werk mit einer letzten, die Zuschauer in Trauer und Schock zurücklassenden Szene. Das abrupte, beunruhigende Finale unterstreicht die düstere Sicht des Stücks auf Macht und Flucht.
Jess' jüngste Produktion führt ihren markanten Stil düsterer, satirischer Erzählweise fort. Bookpink – Neuankömmlinge thematisiert Ausbeutung und Widerstand durch ihre tierischen Figuren. Die Uraufführung am Deutschen Theater ist ein weiterer kühner Beitrag zu ihrem wachsenden Œuvre.






