Buchhandlung in Bremen provoziert mit Redesign und Weimer-Porträt nach Preisskandal
Charlotte KrügerBuchhandlung in Bremen provoziert mit Redesign und Weimer-Porträt nach Preisskandal
Buchhandlung „The Golden Shop“ in Bremen mit auffälligem Redesign
Die Bremer Buchhandlung The Golden Shop präsentiert sich nach einem markanten Umgestaltungsprozess in neuem Licht. Ein riesiges Porträt von Kulturminister Wolfram Weimer prangt nun im Schaufenster, begleitet von handschriftlichen Zitaten des Ministers an der Fassade. Die Veränderungen folgen auf den Ausschluss des Ladens von einer renommierten Auszeichnung.
Sechs Personen brachten kürzlich ein großes Stofftransparent an der Giebelseite der Buchhandlung an. Es ersetzt einen früheren Spruch, der „Deutschland verrecke bitte“ („Deutschland, bitte gehe zugrunde“) lautete. An der Fassade sind nun von Weimer persönlich verfasste Zitate zu lesen.
Ursprünglich sollte die Buchhandlung als „herausragende Buchhandlung“ 15.000 Euro vom Jury des Deutschen Buchhandlungspreises erhalten. Doch Weimer strich sie – zusammen mit zwei weiteren – aus der Liste der Preisträger für 2026. Trotz des Redesigns betonte Inhaberin Ausma Zvidrina, dass die Buchhandlung Weimers Werke nicht im Sortiment führe. Auf die Frage, ob die Änderungen eine Distanzierung von linksextremen Positionen signalisieren sollten, lachte sie nur.
Auch das Merchandise-Angebot des Ladens hat sich erweitert: Kunden können nun Tassen mit dem Aufdruck „The Golden Shop: Empfohlen vom Verfassungsschutz“ erwerben.
Die Umgestaltung der Buchhandlung zeigt sowohl optische als auch kommerzielle Anspielungen auf den Minister. Doch die Inhaberin machte deutlich, dass Weimers Bücher weiterhin nicht im Regal stehen. Der Ausschluss von der Auszeichnung bleibt bestehen – und das neue Erscheinungsbild sorgt für öffentliche Aufmerksamkeit.






