22 March 2026, 02:03

BP beschleunigt Umstrukturierung trotz Ölpreis-Hochs und Lieferketten-Druck

Balkendiagramm, das die Wertminderungen von Ölunternehmen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

BP beschleunigt Umstrukturierung trotz Ölpreis-Hochs und Lieferketten-Druck

BP beschleunigt seine interne Umstrukturierung, während die Ölpreise steigen und der Druck auf die Lieferketten zunimmt. Das Unternehmen hat zudem seine Sparziele auf 6,5 bis 7,5 Milliarden US-Dollar bis 2027 erhöht. Diese Schritte gehen mit einem umfassenden Verkaufsprogramm und sich wandelnden Marktbedingungen einher.

Unterdessen ist der Aktienkurs von BP in diesem Jahr um über 27 Prozent gestiegen und schloss am Freitag bei 6,45 Euro. Analysten der HSBC haben ihre Bewertung für das Unternehmen angehoben und verweisen dabei auf jüngste Vermögensverkäufe als entscheidenden Faktor.

Die Ölmärkte waren in den letzten Monaten von Störungen betroffen. Blockaden in der Straße von Hormus trieben den Preis für Brent-Rohöl auf etwa 112 US-Dollar pro Barrel. Um die Belastung der Lieferketten zu verringern, erließ die US-Regierung eine 60-tägige Ausnahmeregelung für den Jones Act.

BP hatte seine Umstrukturierung bereits 2023 eingeleitet, doch der Marktwert des Unternehmens sank von etwa 95 Milliarden US-Dollar auf rund 75 Milliarden US-Dollar bis März 2026. Rückläufige Ölpreise, Konkurrenz durch erneuerbare Energien, strengere europäische Vorschriften für fossile Brennstoffe und schwache finanzielle Erträge aus den Sparmaßnahmen spielten dabei eine Rolle.

Das Unternehmen verkauft nun seine Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch Group. Der Deal umfasst die Übernahme von etwa 1.800 Mitarbeitern sowie einer Anlage mit einer jährlichen Verarbeitungskapazität von 12 Millionen Tonnen. Durch diesen Verkauf könnten bis zu 1,7 Milliarden US-Dollar an Verbindlichkeiten aus BP-Bilanz verschwinden.

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Am BP-Standort Whiting in Indiana eskalierten unterdessen die Arbeitskonflikte. Rund 800 gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte wurden nach gescheiterten Tarifverhandlungen ausgesperrt. Trotz dieser Herausforderungen bleibt BP auf seine finanziellen Ziele fokussiert.

Das Unternehmen hat sich ein Desinvestitionsziel von 20 Milliarden US-Dollar bis 2027 gesetzt, wobei bereits über 11 Milliarden US-Dollar erzielt wurden. Diese Verkäufe sollen die Bilanz stärken und die zukünftige Liquidität sichern. Die jüngste Hochstufung der BP-Aktie durch die HSBC von "Reduzieren" auf "Halten" spiegelt das wachsende Vertrauen in diese Maßnahmen wider.

BP setzt mit seinen jüngsten Schritten alles daran, seine Finanzen inmitten eines volatilen Ölmarktes zu stabilisieren. Der Verkauf der deutschen Raffinerie und die erhöhten Sparziele stehen im Mittelpunkt dieser Strategie. Angesichts der verbesserten Aktienperformance und der positiveren Analystenbewertungen werden die nächsten Schritte des Unternehmens mit Spannung erwartet.

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