23 April 2026, 00:11

Amanda Knox unterstützt Lucy Letby – und entfacht neuen Streit mit Kercher-Familie

Altes Buch mit dem Titel 'Berichte über ausgewählte Fälle in den Gerichten von Westminster-Hall sowie die Meinung von John Lord Fortescue' ist aufgeschlagen und zeigt eine Seite mit schwarzer Tinte.

Amanda Knox unterstützt Lucy Letby – und entfacht neuen Streit mit Kercher-Familie

Amanda Knox hat erneut für Aufsehen gesorgt, nachdem sie öffentlich die verurteilte Krankenschwester Lucy Letby unterstützt hat. Bei einer kürzlichen Fragerunde in London sprach sie über ihre Dokumentation und enthüllte, dass sie Letby im Gefängnis einen Brief sowie ihre Autobiografie zugeschickt habe. Dieser Schritt hat die Kritik der Familie von Meredith Kercher neu entfacht – jener britischen Studentin, deren Mord Knox einst selbst verurteilt wurde.

Der Anwalt der Familie Kercher warf Knox vor, das Andenken an Meredith Kercher auszunutzen, und bezeichnete ihr Verhalten nach Jahren juristischer Auseinandersetzungen als inakzeptabel.

Knox trat im Greenwich Picturehouse auf, um über ihre Dokumentation Mouth Of The Wolf und ihr 2021 erschienenes Buch Frei zu sprechen, in dem sie ihr Leben nach der Haft schildert. Sichtlich bewegt und mit den Tränen kämpfend berichtete sie vor dem Publikum von ihren eigenen Erfahrungen mit einem Justizirrtum.

Während der Veranstaltung bestätigte sie, der wegen Mordes an sieben Babys verurteilten Lucy Letby einen Solidaritätsbrief zusammen mit einem Exemplar von Frei geschickt zu haben. Ein Teilnehmer enthüllte später, Knox habe Letby geraten, sich "an der Hoffnung festzuhalten". Knox argumentierte zudem, man brauche keinen absoluten Unschuldsbeweis, um ein Urteil infrage zu stellen – eine Haltung, die sie seit jeher in ihrem eigenen Fall vertritt.

Ihre Äußerungen fielen in den Rahmen der Bewerbung ihres Podcasts, in dem sie bereits über den Fall Letby und die damit verbundenen Kontroversen gesprochen hatte. Die Familie Kercher reagierte jedoch scharf. Ihr Anwalt, Francesco Maresca, warf Knox vor, sich an Meredith Kercers Tod zu "bereichern", und kritisierte, ihre wiederholten öffentlichen Auftritte und die Unterstützung anderer Verurteilter zeugten von mangelndem Respekt.

Die Familie zeigt sich seit Langem frustriert über Knox' Verhalten. Maresca erklärte, es sei "genug", und argumentiert, ihre anhaltende Medienpräsenz verlängere nur ihr Leid – Jahre nach dem ursprünglichen Prozess und den Berufungsverfahren.

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Knox' Unterstützung für Letby hat die ohnehin angespannten Beziehungen zur Familie Kercher weiter belastet, die ihre Handlungen als selbstbezogen wahrnehmen. Der Brief an Letby und ihre öffentlichen Stellungnahmen halten die Debatte über ihren eigenen Fall – und nun auch den von Letby – in der Öffentlichkeit präsent. Unterdessen wehrt sich die Familie Kercher weiterhin gegen das, was sie als Instrumentalisierung ihres Verlustes empfinden.

Quelle