Zwei Kopftuch tragende Finalistinnen revolutionieren die Wahl zur neuen "Miss Germany"
Mia Albrecht"Wir atmen auch durch die Nase" - "Miss Germany" mit Kopftuch - Zwei Kopftuch tragende Finalistinnen revolutionieren die Wahl zur neuen "Miss Germany"
Am kommenden Samstag wird in den Bavaria Studios in München die neue "Miss Germany" gekürt. Neun Frauen, die sich unter über 2.600 Bewerberinnen durchgesetzt haben, treten im Finale gegeneinander an. Unter ihnen sind zwei Finalistinnen, die ein Kopftuch tragen und wegen angeblich fehlender "deutscher Zugehörigkeit" Kritik erfahren.
Büsra Sayed und Amina Ben Bouzid, die beide ein Hijab tragen, sehen sich seit ihrer Nominierung mit massiven Anfeindungen konfrontiert. Die meisten rassistischen und sexistischen Kommentare stammen von Männern – ein Spiegel der anhaltenden Diskriminierung von Frauen in der Gesellschaft. Trotz der Angriffe bleiben die beiden entschlossen: Sie betrachten ihre Teilnahme als Chance, künftige Generationen von Mädchen und Frauen mit ähnlichem Hintergrund zu inspirieren.
Sayed, die Gründerin eines Mode-Labels für Hijab-Fashion, tritt in der Kategorie "Female Founder" an. Ben Bouzid, die Frauen geführte Marken fördert, ist Finalistin in der Sparte "Female Leader". Beide haben im Laufe ihres Lebens Rassismus und Sexismus erlebt, doch seit ihrer Auswahl für den Wettbewerb hat die Kritik noch an Schärfe gewonnen.
Der Wettbewerb selbst hat sich längst vom klassischen Schönheitswettbewerb entfernt. Die Veranstalter suchen heute vielmehr nach zukünftigen DAX-Vorständinnen und erfolgreichen Unternehmerinnen. Die diesjährigen Finalistinnen kommen aus ganz Deutschland – sieben der neun Frauen stammen nicht aus Berlin oder Wiesbaden, wo Sayed und Ben Bouzid leben.
Trotz aller Vorwürfe betonen beide Frauen ihre deutsche Identität. Sayed nahm die Kritik sogar mit Humor und spielte auf ein deutsches Klischee an: die Angewohnheit, Fenster zum Lüften gekippt zu lassen.
Das Finale findet an diesem Wochenende mit neun Kandidatinnen statt, darunter Sayed und Ben Bouzid. Ihre Teilnahme markiert einen Wandel des Wettbewerbs, der nun Führungskompetenzen und Unternehmerinnengeist über klassische Schönheitsideale stellt. Das Ergebnis könnte Maßstäbe für künftige Auflagen von "Miss Germany" setzen.






