Willichs umstrittenes Wohnprojekt Moltkedorf spaltet Anwohner und Stadtverwaltung
Theo SchulteWillichs umstrittenes Wohnprojekt Moltkedorf spaltet Anwohner und Stadtverwaltung
Willich treibt die Pläne für den Bau von 200 neuen Wohnungen auf einem 2,9 Hektar großen Gelände namens Moltkedorf voran. Das Projekt soll die drängende Wohnungsnot in der Stadt lindern, stößt jedoch auf starken Widerstand bei Anwohnern. Über 1.200 Menschen haben eine Petition gegen das Bauvorhaben unterzeichnet und verweisen auf Bedenken hinsichtlich Verkehr, Grünflächen und Bebauungsdichte.
Das ursprüngliche Konzept der Stadt für das Moltkedorf sieht Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und Mehrfamilienwohnungen vor, die um hoffartige Grünflächen gruppiert werden sollen. Der Zugang erfolgt über die Moltkestraße, während ein einseitig geführtes Ringsystem alle Wohneinheiten verbinden soll. Um Verkehrsprobleme zu entschärfen, sind Parkplätze, Garagen und sogar eine Tiefgarage in Planung.
Die Anwohner zeigen sich jedoch skeptisch. Viele fürchten zunehmende Verkehrsüberlastung und Parkplatzmangel – trotz der städtischen Pläne. Andere kritisieren das Ausmaß des Projekts, insbesondere die viergeschossigen Gebäude, die direkt an bestehende Kleingartenanlagen grenzen werden. Einige beschreiben die Aussicht, künftig aus dem eigenen Garten auf eine hoch aufragende Wohnblockwand zu blicken, als bedrückend.
Auch ökologische Bedenken prägen die Debatte. Lokale Initiativen betonen die Bedeutung des Erhalts des Grünstreifens an der Moltkestraße 31–35 sowie der öffentlichen Grünflächen. Diese Flächen verbesserten die Luftzirkulation, nähmen Regenwasser auf, förderten die Artenvielfalt und trügen zum Klimaschutz bei, argumentieren sie. Die Petition und eine gemeinsame Stellungnahme gegen das Projekt schlagen Alternativen vor – etwa die Erhaltung der Fläche als Grünzone, ihre Nutzung für Gemeinschaftssport oder die Verlegung des Wohnungsbaus auf brachliegende Industrieflächen.
Zur besseren Anbindung sind im Plan neue Rad- und Fußwege vorgesehen, die die Kruse Straße mit An Liffersmühle verbinden sollen. Gleichzeitig plant die Stadt, die nahegelegene Flüchtlingsunterkunft Moltkedorf bis Ende des Jahres zu schließen.
Das Moltkedorf-Projekt bleibt umstritten. Während die Stadt Maßnahmen zur Verkehrslenkung und Infrastruktur vorlegt, wächst der Widerstand der Anwohner, die mehr Schutz für Grünflächen und eine geringere Bebauungsdichte fordern. Mittlerweile unterstützen über 1.200 Unterschriften den Appell für alternative Nutzungen des Geländes – etwa als Sportstätte oder durch die Revitalisierung von Brachflächen.






