Willich plant höhere Kita-Gebühren – Eltern protestieren gegen Geschwisterzuschläge und Streichung von Rabatten
Lea KochWillich plant höhere Kita-Gebühren – Eltern protestieren gegen Geschwisterzuschläge und Streichung von Rabatten
In Willich ist eine hitzige Debatte über Kindergartengebühren entbrannt, nachdem die Stadt neue Belastungen für Familien in Erwägung zieht. Eltern und lokale Initiativen lehnen die Pläne vehement ab, die unter anderem Geschwisterzuschläge und die Streichung von Rabatten vorsehen. Die Vorschläge kommen zu einer Zeit, in der die Stadtverwaltung nach Wegen sucht, den Haushaltsdruck zu verringern.
Auslöser des Streits war ein Vorstoß der CDU, wonach Familien für zusätzliche Kinder in Kitas, der Nachmittagsbetreuung und der Tagespflege künftig Gebühren zahlen sollen. Bisher gewährt Willich Geschwisterermäßigungen, doch Nachbarstädte wie Nettetal und Kempen erheben bereits 50 Prozent der Gebühren für das zweite Kind. Die Stadt strebt nun an, durch die Abschaffung dieser Befreiungen 500.000 Euro einzunehmen – weitere 100.000 Euro sollen durch eine Deckelung der Gebührenerhöhungen auf drei Prozent hereinkommen.
Die Reaktion der Eltern ist empört. Marlene Mendes, eine Anratherin, und viele andere argumentieren, dass die Änderungen Familien ungerecht bestrafen würden. Zudem gibt es wachsende Kritik an unterbesetzten Einrichtungen und Schließungen wie etwa im Fall des Alperhof-Zentrums. Auch der Jugendhilfeausschuss der Elternvertretung (JAEB) hat sich dem Widerstand angeschlossen und lehnt sowohl die Geschwistergebühren als auch die geplanten Erhöhungen ab.
SPD-Sprecher Dietmar Winkels übt scharfe Kritik: "Der Haushaltsengpass darf nicht auf dem Rücken der Eltern ausgetragen werden." Trotz der massiven Proteste hat der Haupt- und Finanzausschuss die Verwaltung jedoch angewiesen, die Elternbeitragsregelungen bis zum 28. April zu überarbeiten.
Der Versuch der Stadt, zusätzliche Einnahmen zu generieren, hat Eltern und Verantwortliche in einen Konflikt gestürzt. Sollten die Pläne umgesetzt werden, würde dies eine Wende in der Finanzierung der Kinderbetreuung in Willich bedeuten – und die Stadt an die Praxis benachbarter Kommunen angleichen. Eine endgültige Entscheidung wird nach der Prüfung am 28. April erwartet.






