Willich beschließt Haushalt 2026 trotz 25-Millionen-Lücke in Rekordzeit
Charlotte KrügerWillich beschließt Haushalt 2026 trotz 25-Millionen-Lücke in Rekordzeit
Willicher Stadtrat verabschiedet Haushalt 2026 in Rekordzeit – trotz 25-Millionen-Lücke
Trotz eines Fehlbetrags von 25 Millionen Euro hat der Stadtrat von Willich den Haushalt für 2026 in Rekordzeit verabschiedet. Alle Fraktionen einigten sich auf straffe Zeitvorgaben und beschränkten ihre Wortbeiträge auf jeweils fünf Minuten. Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der die Stadt zunehmend auf Liquiditätskredite angewiesen ist, um ihre Finanzen auszugleichen.
Der Haushalt tritt zwar erst im Juli rechtlich in Kraft, doch bleiben Sorgen über steigende Belastungen für Familien und Kürzungen bei wichtigen Leistungen bestehen.
Die Haushaltsvorlage hatte ein erhebliches Defizit von rund 25 Millionen Euro offenbart, das den Rat zum schnellen Handeln zwang. Um die Lücke zu schließen, brachte die SPD konkrete Einsparvorschläge ein, die sich vor allem gegen nicht zwingend notwendige Ausgaben richteten. Gleichzeitig kritisierte sie die Streichung des Zuschusses für das Deutschlandticket für Studierende, unterstützte jedoch die Bauturbo-Initiative zur Beschleunigung von bezahlbarem Wohnraum.
Eltern in Willich hatten zuvor Unmut über Pläne geäußert, die Kita-Gebühren zu erhöhen und eine höhere jährliche Kostenanpassung einzuführen. Der Jugendhilfeausschuss lehnte später sowohl die geplanten Geschwistergebühren für den Kindergarten als auch die erhöhte Kostenanpassung ab und hielt am Status quo fest. Dennoch beschloss der Rat, die bestehende Regelung beizubehalten, nach der keine ermäßigten Geschwistergebühren erhoben werden.
Die Fraktion der Grünen stimmte zwar für den Haushalt, betonte jedoch die Dringlichkeit von Maßnahmen zur Stabilisierung der städtischen Finanzen. Die SPD wiederum billigte den Plan, bestand aber auf Konsolidierungsschritte, die Familien nicht zusätzlich belasten.
Letztlich unterstützten alle Fraktionen den Haushalt und ermöglichten so seine einstimmige Verabschiedung. Die endgültige Fassung tritt im kommenden Monat in Kraft, doch werden die Debatten über Schwerpunkte der Mittelvergabe und die Kosten für Familien voraussichtlich anhalten.
Der Haushalt 2026 ist nun finalisiert und wird im Juli Gesetzeskraft erlangen. Zwar handelte der Rat zügig, um das 25-Millionen-Defizit zu bewältigen, doch bestehen weiterhin Uneinigkeiten über Zuschüsse für Studierende im Nahverkehr und die Kita-Gebühren. Angesichts der angespannten Haushaltslage sind in den kommenden Monaten weitere Diskussionen über Ausgabenkürzungen und Einnahmequellen zu erwarten.






