Wiesbadens Fastnachtszug bekommt neue Schlussfigur: Gans am End statt "Zugen(d)te"
Charlotte KrügerWiesbadens Fastnachtszug bekommt neue Schlussfigur: Gans am End statt "Zugen(d)te"
Wiesbadens berühmter Fastnachtssonntagszug erlebt in diesem Jahr eine Veränderung: Der Schlusswagen, lange bekannt als "Zugen(d)te", wurde umbenannt, um rechtliche Konflikte mit Mainz zu vermeiden. Die Veranstalter haben sich nun für einen neuen Namen entschieden: Gans am End – die "Gans am Ende".
Die Figur der "Zugen(d)te" bildete fast 20 Jahre lang den Abschluss des Wiesbadener Fastnachtsumzugs. Traditionell spiegelte sie das Finale des Mainzer Rosenmontagszugs wider, bei dem eine Strohpuppe namens Nubbel verbrannt wird – ein Symbol für das Ende der Karnevalszeit. Die Mainzer Variante reicht bis ins Mittelalter zurück und hat Wurzeln in satirischen Bräuchen und Gemeinschaftsritualen.
Hannsgeorg Schönig, Präsident des Mainzer Karnevalsvereins, hatte kürzlich Beschwerde gegen die Nutzung des Namens durch Wiesbaden eingelegt. Der Begriff "Zugen(d)te" ist markenrechtlich geschützt und darf nur in Mainz verwendet werden. Angesichts drohender rechtlicher Schritte entschied sich Guntram Eisenmann, künstlerischer Leiter des Zugbauvereins Dacho, das Design des Wagens zu überarbeiten und alle Beschriftungen zu entfernen.
Die Wagenbauer wiesen zudem darauf hin, dass die Figur eher einer Gans als einer Ente ähnle. Diese Beobachtung – kombiniert mit dem rechtlichen Druck – führte schließlich zum neuen Namen. Die Umbenennung bewahrt den Geist der Tradition, ohne Konflikte zu provozieren.
Der nun Gans am End getaufte Wagen wird künftig den Wiesbadener Umzug beschließen. Die Änderung folgt dem Markenanspruch aus Mainz und dem überarbeiteten Design. Die Veranstalter sorgen so dafür, dass die Tradition fortlebt – wenn auch unter neuem Namen.






