Widerstand gegen geplante Flüchtlingsunterkunft für alleinstehende Männer in Ratingen
Lea KochWiderstand gegen geplante Flüchtlingsunterkunft für alleinstehende Männer in Ratingen
Geplante Flüchtlingsunterkunft in Ratingen stößt auf starken Widerstand der Anwohner
Die Stadt Ratingen hat erst zehn Tage vor einer Informationsveranstaltung die Eröffnung einer Containerunterkunft für 60 alleinstehende Männer bekannt gegeben. Rund 100 Bürger nahmen an der Sitzung teil, um ihre Bedenken zu äußern.
In der Unterkunft sollen 60 anerkannte Flüchtlinge untergebracht werden – überwiegend Syrer und Afghanen zwischen 20 und 63 Jahren. Die Hälfte von ihnen ist erwerbstätig, weitere 30 Prozent nehmen an Integrationsprogrammen teil. Die Stadt entschied sich bewusst gegen die Unterbringung von Familien mit Kindern in den Containern, um die lokalen Dienstleistungen nicht zu überlasten.
Bei der unter dem Titel „Unterbringung von Geflüchteten an der Gothaer Straße“ abgehaltenen Veranstaltung brachten Anwohner Sorgen zur Sprache: Sie fürchteten um die Sicherheit von Frauen, thematisierten die sexuellen Bedürfnisse alleinstehender Männer und äußerten Bedenken hinsichtlich der psychischen Gesundheit der künftigen Bewohner. Die Container sollen die bestehende Flüchtlingsunterkunft in Ratingen-West entlasten, einem Stadtteil, der bereits für eine hohe Zuwanderung bekannt ist. Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass eine bestimmte Gruppe gezielt Informationen über die Unterkunft verbreitet. Allerdings hatte die rechtspopulistische AfD die Bürger zur Teilnahme an der Veranstaltung aufgerufen. Die Stadt sieht keinen direkten Zusammenhang zwischen einer bestimmten Organisation und den Protesten.
Die Containeranlage soll anerkannte Flüchtlinge neu unterbringen und gleichzeitig andere Einrichtungen entlasten. Trotz der geäußerten Bedenken treibt die Stadt das Vorhaben voran. Sämtliche Bewohner werden alleinstehende Männer mit legalem Aufenthaltsstatus in Deutschland sein.