10 February 2026, 02:07

Wesel kämpft mit One Billion Rising gegen die wachsende Gewalt an Frauen

Eine Gruppe von Menschen steht auf einer Straße und hält Schilder und Fahnen hoch, mit Gebäuden, Bäumen und Himmel im Hintergrund.

Wesel kämpft mit One Billion Rising gegen die wachsende Gewalt an Frauen

Gewalt gegen Frauen in Deutschland weiter auf dem Vormarsch – Wesel schließt sich der Kampagne One Billion Rising an

Deutschland sieht sich weiterhin mit einer steigenden Zahl von Gewaltverbrechen gegen Frauen konfrontiert: Allein 2024 registrierte die Polizei 265.942 Betroffene – ein Anstieg um 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Über 70 Prozent der Opfer waren Frauen. Nun beteiligt sich auch die Stadt Wesel an einer globalen Initiative gegen diese Entwicklung und nimmt an der Kampagne One Billion Rising teil.

Die Bewegung One Billion Rising wurde 2013 von der US-amerikanischen Aktivistin und Autorin Eve Ensler ins Leben gerufen. Sie setzt sich für ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen ein und ruft durch öffentliche Aktionen und Aufklärungskampagnen zur Solidarität auf. Noch im Gründungsjahr fand in Berlin die erste deutsche Veranstaltung statt, gefolgt von Großstädten wie Hamburg, München, Köln und Frankfurt.

Bis 2026 haben sich bereits mehr als 100 deutsche Städte und Gemeinden der Initiative angeschlossen – nun kommt Wesel hinzu. Das diesjährige Motto lautet #WomenOnFire – Ni Una Menos ("Nicht eine weniger") und knüpft an die internationale feministische Bewegung gegen Femizide und strukturelle geschlechtsspezifische Gewalt an. In Wesel wird das Projekt von Bürgermeister Rainer Benien und der Gleichstellungsbeauftragten Regina Schmitz-Lenneps getragen.

Die Kampagne wirbt zudem für Hilfsangebote und ermutigt bedrohte Frauen, sich an das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen unter der Nummer 116 016 zu wenden. Gewalt gegen Frauen zählt nach wie vor zu den verbreitetsten Menschenrechtsverletzungen weltweit – ein anhaltender Aufruf zum Handeln und zur Prävention.

Mit der Teilnahme an One Billion Rising reiht sich Wesel in die wachsende Zahl deutscher Kommunen ein, die sich gegen geschlechtsspezifische Gewalt engagieren. Angesichts der weiterhin steigenden Fallzahlen in der Polizeistatistik will die Kampagne gesellschaftlichen Wandel vorantreiben und Betroffenen den Weg zu Unterstützung weisen. Das Motto #WomenOnFire – Ni Una Menos unterstreicht 2026 die Forderung nach strukturellen Lösungen.