Wanderschuhe und Gummistiefel: Wie das Haus der Geschichte die Ahrtal-Flut bewahrt
Theo SchulteWanderschuhe und Gummistiefel: Wie das Haus der Geschichte die Ahrtal-Flut bewahrt
Das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn bewahrt fast eine Million Objekte auf, die die Nachkriegsgeschichte des Landes dokumentieren. Von 1945 bis heute spiegeln die Exponate politische Meilensteine, technische Fortschritte und sogar Katastrophen wider. Nun sind ein Paar Wanderschuhe und Gummistiefel von der Ahrtal-Flut 2021 in die Dauerausstellung aufgenommen worden.
Das Museum wählt seine Ausstellungsstücke mit Bedacht aus – es geht nicht um Duplikate, sondern um Objekte mit nachhaltiger Bedeutung für die Gesellschaft. Unter den derzeit 3.850 gezeigten Exponaten stechen zwei Paar Schuhe besonders hervor: die Wanderschuhe des Feuerwehrmanns Rudolf P. und die Gummistiefel von Anton App. Beide wurden während der verheerenden Flut im Ahrtal im Juli 2021 getragen.
Rudolf P. setzte seine Schuhe bei Rettungseinsätzen in Kreuzberg an der Ahr ein, während Anton App seine bei Aufräumarbeiten in Bad Münstereifel trug. Die Kuratoren des Museums recherchieren die Geschichte jedes Objekts, um seinen Platz im kollektiven Gedächtnis zu dokumentieren. Nicht alle Stücke sind gleichzeitig zu sehen – 996.150 lagern in den Depots und warten auf künftige Ausstellungen. Manche Exponate, wie der Aldi-PC von 1997, wurden früh erworben und sind heute von historischem Wert. Andere werden gelegentlich an andere Einrichtungen verliehen. Das Museum sammelt auch Objekte, die erst später an Bedeutung gewinnen könnten, um seine Ausstellungen stetig weiterzuentwickeln.
Die beiden Paar Schuhe dienen nun als greifbare Erinnerungen an die Ahrtal-Flut. Während Anton Apps Gummistiefel Teil der Ausstellung sind, lässt sich ihr genauer Standort ohne Echtzeit-Verfolgung nicht ermitteln. Das Museum bleibt seiner Aufgabe treu, Objekte zu bewahren und zu präsentieren, die das kollektive Gedächtnis Deutschlands prägen.