Vincentz bleibt AfD-Chef in NRW – ein Sieg im Machtkampf der Flügel
Charlotte KrügerVincentz wiedergewählt als Vorsitzender der AfD NRW - Vincentz bleibt AfD-Chef in NRW – ein Sieg im Machtkampf der Flügel
Martin Vincentz hat seine Position als Landesvorsitzender der Alternative für Deutschland (AfD) in Nordrhein-Westfalen verteidigt. Seine Wiederwahl erfolgte nach einem hart umkämpften Duell gegen den Herausforderer Fabian Jacobi, bei dem Vincentz 54,7 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte. Das Ergebnis stellt einen Erfolg für den gemäßigteren Flügel der Partei in den anhaltenden innerparteilichen Machtkämpfen dar.
Die Abstimmung über die Führungsspitze fand vor dem Hintergrund tiefer Spaltungen innerhalb des Landesverbands statt. Vincentz, der die AfD in Nordrhein-Westfalen seit 2022 führt, sah sich einer direkten Herausforderung durch Jacobi gegenüber, der von den rechtsextremen Kräften der Partei unterstützt wird. Während des Wahlkampfs hielt Vincentz eine kämpferische Rede, die bei den Delegierten begeisterten Applaus auslöste.
Ein vorgeschlagenes Doppelspitzenmodell wurde von den Parteimitgliedern abgelehnt, sodass Vincentz alleiniger Vorsitzender bleibt. Sein Sieg festigt seine Position im Vorfeld der Landtagswahl 2027, bei der aktuelle Umfragen der AfD rund 15 Prozent der Stimmen prognostizieren – fast das Dreifache ihres Ergebnisses von 5,4 Prozent im Jahr 2022. Beobachter werten die Wiederwahl als möglichen Aufgalopp für Vincentz, um Spitzenkandidat der Partei bei dieser Wahl zu werden.
Trotz des Erfolgs bleiben die Gräben innerhalb des Landesverbands tief. Vincentz gilt als vergleichsweise gemäßigter Vertreter, der sich von den härteren Linien der Partei abhebt. Allerdings hat er in zentralen Fragen wie Migration oder EU-Politik seit seinem Amtsantritt 2022 keine konkreten Kursänderungen vorgenommen.
Mit seiner Wiederwahl festigt Vincentz seine Rolle als prägende Stimme im nordrhein-westfälischen AfD-Landesverband. Das Ergebnis spiegelt die anhaltenden Spannungen zwischen pragmatischen und rechtsextremen Kräften in der Partei wider. Angesichts der bevorstehenden Landtagswahl 2027 wird seine Führung in den kommenden Jahren maßgeblich die Wahlkampfstrategie der AfD prägen.






