Untersuchung findet keine Belege für rituellen Missbrauch in der katholischen Kirche
Lea KochUntersuchung: Kein Beweis für rituelle Missbrauchsfälle in Diözesen - Untersuchung findet keine Belege für rituellen Missbrauch in der katholischen Kirche
Untersuchung zu Vorwürfen rituellen sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche findet keine Belege
Eine Untersuchung zu Vorwürfen rituellen sexuellen Missbrauchs innerhalb der katholischen Kirche hat keine konkreten Beweise für die Behauptungen erbracht. Die von der Kölner Kanzlei Feigen-Graf durchgeführte Prüfung umfasste fünf Bistümer, darunter Münster, Essen, Paderborn, Hildesheim und das Erzbistum Köln. Die beteiligten Psychologinnen kamen zu dem Schluss, dass Schilderungen ritueller Gewalt vermutlich auf falschen Erinnerungen beruhen.
Die Ermittlungen waren nach Vorwürfen organisierter ritueller Missbrauchsfälle gegen die Kirche eingeleitet worden. Die Anwälte befragten Betroffene und werteten psychologische Gutachten aus. Ihr Bericht, der in einer geschwärzten und anonymisierten Fassung veröffentlicht werden soll, ergab keine Hinweise auf schwere Straftaten durch Priester oder Bischöfe.
In Münster gerieten frühe Beratungsstellen in die Kritik, weil sie die Verstrickung von Opfern in Prozesse der Erinnerungsrückgewinnung vertieft hätten. Die Psychologinnen Silvia Gubi-Kelm und Petra Wolf stellten fest, dass Therapeuten möglicherweise Aussagen über rituelle Gewalt beeinflusst und so verzerrte Erinnerungen begünstigt hätten.
Eine separate Studie zum Erzbistum Paderborn, die am 12. März 2026 veröffentlicht wurde, untersuchte Fälle aus den Jahren 1941 bis 2002. Dabei zeigte sich, dass Betroffene Missbrauchseliten selten vor der Untersuchung meldeten. Hindernisse waren unter anderem die Autorität von Priestern, die mit lokalen Eliten vernetzt waren, die Angst vor Ausgrenzung und die Gefahr, als Lügner abgestempelt zu werden. Formelle Beschwerden gegen die Bistümer oder die Kirche waren zuvor nicht dokumentiert worden.
Zu den Beschuldigten in der übergreifenden Untersuchung zählten hochrangige Kirchenvertreter: Franz Kardinal Hengsbach, Joseph Kardinal Höffner, Joachim Kardinal Meisner, Johannes Kardinal Degenhardt und Bishop Reinhard Lettmann. Trotz der Schwere der Vorwürfe fanden sich keine objektiven Belege für organisierte Netzwerke oder rituellen Missbrauch.
Der Abschlussbericht weist die Vorwürfe ritueller Gewalt mangels nachprüfbarer Beweise zurück. Psychologinnen führten die Schilderungen auf falsche Erinnerungen zurück, die möglicherweise durch therapeutische Praktiken geprägt wurden. Die Ergebnisse beenden die Untersuchung, werfen jedoch weiterhin Fragen zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der Kirche auf.






