Telemedizin-Station in Winterberg kurz vor Start gestoppt – Apotheker kämpft um Lösung
Theo SchulteTelemedizin-Station in Winterberg kurz vor Start gestoppt – Apotheker kämpft um Lösung
Telemedizin-Station in Winterberger Apotheke kurz vor Wiedereröffnung blockiert
Kurz vor der geplanten Neueröffnung wurde einer Apotheke in Winterberg die Installation einer Telemedizin-Station untersagt. Die zuständige Apothekerkammer der Region verbot die 60.000 Euro teure Medivise-Telemedizin-Box mit Verweis auf rechtliche Bedenken. Apothekeninhaber Jürgen Schäfer wehrt sich nun gegen den Beschluss und sucht gleichzeitig nach einer Lösung.
Der Streit entzündete sich, als die Apothekerkammer entschied, dass die Arztkabine in der Franziskus-Apotheke gegen Vorschriften verstoße. Die Behörden argumentierten, es könne zu unzulässigen Patientenzuweisungen kommen. Das Verbot erging nur einen Tag vor der geplanten Wiedereröffnung – die Telemedizin-Einheit bleibt seitdem ungenutzt.
Schäfer hatte die Kabine für Folgeverordnungen und Patientengespräche nutzen wollen. Er ist überzeugt, dass Telemedizin gerade in ländlichen Regionen wie Winterberg klare Vorteile bietet. Diese Ansicht teilt auch Jasmin Ennulath, die im Januar die Apothekenleitung übernehmen soll.
Der Anbieter Medivise betont, das System erfülle sämtliche pharmazeutischen, datenschutzrechtlichen und gesetzlichen Anforderungen. Zudem ist Telemedizin in Apotheken gemäß § 129 Absatz 5h des Sozialgesetzbuchs V in Deutschland ausdrücklich erlaubt. Dennoch hat der Beschluss der Kammer das Projekt vorerst gestoppt.
Schäfer hat Widerspruch eingelegt und arbeitet mit Medivise an einer Lösung. Sein Ziel bleibt, den Bewohnern vor Ort möglichst bald telemedizinische Angebote zu ermöglichen. Doch die Apotheke steht nun vor einer ungewissen Zukunft: Die Station bleibt ungenutzt, die 60.000-Euro-Investition liegt brach. Sollte der Widerspruch Erfolg haben, könnte Winterberg bald Telemedizin-Sprechstunden anbieten. Bis dahin müssen Patienten auf eine Klärung warten.






