14 January 2026, 18:56

Tarifstreit in der Chemieindustrie: Lohnverhandlungen starten mit klaren Fronten

Ein Plakat mit einem detaillierten Stadtplan von Spruidel, Deutschland, mit begleitendem Text.

Regionalverhandlungen der Chemiebranche beginnen in Düsseldorf - Tarifstreit in der Chemieindustrie: Lohnverhandlungen starten mit klaren Fronten

Tarifverhandlungen für die deutsche Chemieindustrie starten diesen Mittwoch in Düsseldorf

Am Mittwoch beginnen in Düsseldorf die Lohnverhandlungen für die chemische Industrie Deutschlands. Betroffen sind rund 585.000 Beschäftigte, die von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) vertreten werden. Beide Seiten müssen sich bis Februar 2026 – wenn der aktuelle Tarifvertrag ausläuft – auf ein neues Flächentarifabkommen einigen.

Die erste Verhandlungsrunde findet im nordrheinischen Tarifbezirk statt. In den folgenden Tagen werden ähnliche Gespräche in anderen Regionen geführt. Regionale Ausschüsse verhandeln über Entgeltgruppen und Ausbildungsvergütungen, während bundesweite Verhandlungen erst dann anstehen, falls lokale Einigungen scheitern.

Die IG BCE fordert Arbeitsplatzgarantien und höhere Löhne, um die Kaufkraft der Beschäftigten zu stärken. Eine konkrete Forderung nach einer Lohnerhöhung hat die Gewerkschaft jedoch noch nicht genannt. Die Arbeitgeberseite hingegen plädiert für einen Lohnstopp.

Zu den zentralen Akteuren zählen Oliver Heinrich, Mitglied des IG-BCE-Vorstands, und Frank Löllgen, Bezirkssekretär für Nordrhein. Beide üben Aufsichtsratsmandate in großen Konzernen wie BASF und Covestro aus, die an die Branchentarifverträge gebunden sind.

Das Ergebnis der Verhandlungen wird die Löhne und Arbeitsbedingungen von Hunderttausenden Beschäftigten in der Chemieindustrie prägen. Eine Einigung muss vor Ablauf des aktuellen Vertrags Anfang 2026 stehen. Die Gespräche könnten auch für andere Branchen mit ähnlichen Lohnauseinandersetzungen richtungsweisend sein.