02 April 2026, 14:04

Studie enthüllt: Fast jedes zweite Kind erlebt sexualisierte Gewalt im Netz

Balkendiagramm mit der Überschrift "Internet-Penetration bis 2030", das die prozentualen Internetnutzungszahlen für vier Länder in farbigen Segmenten von 0-100% zeigt.

Studie enthüllt: Fast jedes zweite Kind erlebt sexualisierte Gewalt im Netz

Eine aktuelle Studie deckt alarmierende Ausmaße sexualisierter Gewalt im Netz unter Jugendlichen auf. Fast die Hälfte aller Minderjährigen in Deutschland gibt an, bereits solche Vorfälle erlebt zu haben – von Cybergrooming ist fast jedes vierte Kind betroffen. Die Erkenntnisse stammen aus der Jugendsexualitätsstudie des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit und zeigen ein weit verbreitetes Problem auf, dem sich Schulen und Familien nun dringend stellen müssen.

Oft beginnt das Problem im vertrauten Umfeld. Viele Übergriffe geschehen in Freundeskreisen oder Klassenchats, wo Jugendliche – manchmal aus Naivität oder Gruppendruck – Grenzen überschreiten, ohne sich der Folgen bewusst zu sein. Eine besonders häufige Gefahr ist Cybergrooming, bei dem Täter gezielt das Vertrauen von Kindern im Netz aufbauen, um sie später zu belästigen oder zu missbrauchen.

In Thüringen leitete Yasmina Ramdani ein dreijähriges Pilotprojekt zur Bekämpfung dieses Problems. In ihren Workshops erreichte sie rund 5.000 Schülerinnen und Schüler, mit Fokus auf Prävention, der Bestärkung ihrer Gefühle und der Vermittlung ihrer Rechte. Lehrkräfte sind sich zwar der Bedeutung des Themas bewusst, fühlen sich aber oft überfordert, wenn es um Fälle digitaler sexualisierter Gewalt geht.

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Fachleute betonen, dass Prävention langfristig deutlich kostengünstiger ist als die Bewältigung der Folgen. Auch Eltern kommen eine Schlüsselrolle zu: Ihr eigenes Verhalten und offene Gespräche über Grenzen können Kindern helfen, riskante Situationen zu erkennen und zu meiden. Allerdings gibt es bisher keine öffentlichen Daten dazu, wie viele Schulen in Deutschland seit Ende des Pilotprojekts ähnliche Präventionsprogramme eingeführt haben.

Die Studienergebnisse unterstreichen den dringenden Bedarf an flächendeckenden Präventionsmaßnahmen. Schulen, Eltern und Politik müssen zusammenarbeiten, um Jugendliche besser vor den Gefahren des Netzes zu schützen. Ohne nachhaltiges Handeln wird die Zahl der von digitaler sexualisierter Gewalt betroffenen Minderjährigen kaum sinken.

Quelle