Streit um Windpark-Zufahrt durch Naturschutzgebiet im Hochsauerlandkreis
Lea KochStreit um Windpark-Zufahrt durch Naturschutzgebiet im Hochsauerlandkreis
Zugangsweg zum Windpark Aupketal löst Streit aus – Naturschutzgebiet im Hochsauerlandkreis betroffen
Ein neu angelegter Zufahrtsweg für den Windpark Aupketal sorgt für Kontroversen, nachdem er durch ein geschütztes Naturschutzgebiet im Hochsauerlandkreis führt. Lokale Politiker und Umweltschützer kritisieren die Baumaßnahmen und deren Auswirkungen auf das Aupketal in der Nähe von Arnsberg-Moosfelde. Die Straße wird ausgebaut, um Turbinenteile zum Windpark in der Nähe des Möhnesees zu transportieren.
Die Kreisverwaltung des Hochsauerlandkreises hat mehrere Unregelmäßigkeiten bei den Bauarbeiten bestätigt. Dazu gehören nicht genehmigte Verdichtungen und Verbreiterungen der Schotterfläche sowie Fahrzeuge, die abseits der vorgesehenen Trasse fuhren. Trotz dieser Mängel betont der Kreis, dass der Bau einer Zufahrt durch ein FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) nicht automatisch schädlich sei, da das Gelände bereits durch einen bestehenden Waldweg versiegelt gewesen sei.
Gerd Stüttgen von der Sauerländer Bürgerliste (SBL) bezeichnet das Projekt als "Umweltfrevel" und kritisiert sowohl die Umsetzung durch den Betreiber als auch die Ablehnung eines Antrags auf eine Ortsbegehung. Eine Mehrheit aus CDU-, SPD- und FDP-Vertretern im Umweltausschuss hatte den Vorschlag blockiert. Ein weiterer SBL-Politiker, Reinhard Loos, unterstreicht den ökologischen Wert des FFH-Gebiets mit altem Laubbaumbestand, Bächen und Feuchtgebieten. Zudem äußert er Bedenken wegen des Einsatzes von kalkhaltigem Schotter auf dem Waldweg.
Norbert Schulte-Schnitker, Geschäftsführer des Windparks Aupketal, räumt ein, dass Bäume gefällt wurden, versichert jedoch, dass Ausgleichsmaßnahmen erfolgen würden. Er verweist darauf, dass die Verlegung von Stromkabeln entlang des bestehenden Wegs bereits genehmigt worden sei.
Der Konflikt spiegelt die bundesweiten Spannungen bei Windparkprojekten in geschützten Gebieten wider. Während der Hochsauerlandkreis Baumängel feststellt, besteht der Betreiber auf die Einhaltung der genehmigten Pläne. Das Ergebnis dieses Falls könnte Präzedenzwirkung für künftige Vorhaben in ähnlichen Landschaften haben.






