21 March 2026, 16:10

Spanien schlägt zurück: Deepfake-Pornografie wird zur Straftat mit bis zu vier Jahren Haft

Weißer Text auf einem violetten Hintergrund liest 'wiki gap minsk - lasst uns die Internet-Geschlechterlücke schließen' in fetter Schrift.

Spanien schlägt zurück: Deepfake-Pornografie wird zur Straftat mit bis zu vier Jahren Haft

Spanische Behörden gehen gegen die Verbreitung nicht einvernehmlicher Deepfake-Pornografie vor, nachdem die Influencerin Collien Fernandes zu einem prominenten Opfer wurde. Im März 2026 wurden in Madrid zwei Verdächtige nach neuen Gesetzen gegen digitale Gewalt festgenommen. Unterdessen fordert Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, dringende Rechtsreformen, um die wachsende Bedrohung durch Deepfakes einzudämmen.

Der Fall begann Anfang 2026, als die spanische Polizei Ermittlungen zur Erstellung und Verbreitung von Deepfake-Bildern aufnahm, die Fernandes zum Ziel hatten. Bis März wurden zwei Personen festgenommen, weil sie gegen das spanische Ley Orgánica 1/2025 verstoßen hatten, das die nicht einvernehmliche Manipulation intimer Bilder unter Strafe stellt. Die Anklagepunkte umfassen Verstöße gegen das Recht am eigenen Bild sowie geschlechtsspezifische Gewalt; den Angeklagten drohen Haftstrafen von bis zu vier Jahren.

Spanien hatte sein rechtliches Rahmenwerk bereits bis Januar 2026 gestärkt: Ley Orgánica 1/2025 führte harte Strafen für Deepfake-Delikte ein, während der Königliche Erlass 2025/456 vorschreibt, dass KI-generierte Inhalte mit digitalen Wasserzeichen versehen werden müssen. Sozialen Medien wie X und Instagram schrieben die Plattformen verpflichtende MeldeTools vor, um sich an das EU-KI-Gesetz anzupassen.

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Mona Neubaur lobte Fernandes als "eine mutige Frau", deren öffentliche Haltung anderen Opfern ein starkes Signal sende. Neubaur warnte, dass Deepfakes längst kein Nischenthema mehr seien, sondern ein flächendeckendes Problem, das schnelleres legislatives Handeln erfordere. Sie verwies auf erhebliche rechtliche Lücken – insbesondere in Deutschland, wo digitale und physische Gewalt im Sexualstrafrecht nicht gleichbehandelt werden.

Als Lösung schlug Neubaur spezialisierte Gerichte für Sexualstraftaten vor, ähnlich den bereits in Spanien bestehenden Modellen. Sie betonte die Notwendigkeit eines einheitlichen Ansatzes, um Opfer zu schützen und Täter sowohl im digitalen als auch im analogen Raum abschreckend zu verfolgen.

Die Festnahmen in Madrid markieren einen Fortschritt bei der Durchsetzung der neuen spanischen Gesetze gegen digitale Gewalt. Der Fall Fernandes lenkt die Aufmerksamkeit auf den dringenden Bedarf an stärkerem Schutz vor Deepfakes. Neubauers Forderungen nach Reformen unterstreichen die anhaltenden rechtlichen Herausforderungen – in Deutschland und darüber hinaus –, wo Opfer nach wie vor ungleichen Schutz vor digitalem Missbrauch erfahren.

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