28 April 2026, 12:15

Sophie Maintigneux: Wie eine Pionierin der Kamera den Film revolutioniert

Gruppe von Menschen, die eine Straße entlang marschieren und ein 'Solidarität und Feminismus'-Schild halten, mit parkenden Fahrzeugen, Gebäuden, einer Schüsselantenne und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Sophie Maintigneux: Wie eine Pionierin der Kamera den Film revolutioniert

Das Internationale Frauenfilmfestival (IFFF) Dortmund/Köln beendete seine letzte Ausgabe mit einem ausführlichen Blick auf das Schaffen von Sophie Maintigneux. Die erfahrene Kamerafrau und Professorin an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) stand im Mittelpunkt eines umfangreichen Gesprächs. Ihr jahrzehntelanges Wirken – von frühen Zusammenarbeit mit Éric Rohmer bis zu ihrer späteren Leidenschaft für Dokumentarfilme – prägte die Veranstaltung.

Der Festival-Schwerpunkt "Common Land" (Gemeinschaftsland) bot zudem Raum für Diskussionen über kollektive Ressourcen, Widerstand und die Rolle von Frauen im Film. Prominente Stimmen wie die Philosophin Silvia Federici und die Regisseurin Athina Rachel Tsangari bereicherten den Dialog, indem sie historische Kämpfe mit modernem Erzählkino verknüpften.

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Maintigneux reflektierte über ihre Anfänge in einer von Männern dominierten Branche. In den 1970er-Jahren war sie eine von nur drei Kamerafrauen in Frankreich und arbeitete eng mit Regisseur Éric Rohmer zusammen. Diese Erfahrungen prägten ihr lebenslanges Engagement für bessere Sichtbarkeit und Arbeitsbedingungen – insbesondere für Frauen im Film.

Später wandte sie sich dem Dokumentarfilm zu, angezogen von der kreativen Freiheit und dem Gefühl von Verantwortung. Werke wie "Our Land, Our Freedom" und "Ôrí" untersuchten Widerstand gegen Kolonialismus und den Kampf um Landrechte. Diese Projekte unterstrichen ihr Engagement für Geschichten kollektiver Kämpfe und Gerechtigkeit.

Auch der Spielfilm-Wettbewerb des Festivals rückte weiblichen Widerstand in den Fokus. Filme wie "Nunkui" und "God Will Not Help" erzählten von Solidarität und Widerstandsfähigkeit. Der "Fokus"-Bereich hingegen erforschte das Konzept von "Common Land" – Ressourcen, die jenseits individuellen Besitzes geteilt werden. Eine Diskussion zwischen Federici, Autorin von "Caliban und die Hexe", und Tsangari verband historische Hexenverfolgungen, die Unterdrückung von Frauen und moderne Landbesetzungen. Themen wie Botanik, urbane Gärten und kollektiver Widerstand wurden Teil der weiteren Debatte.

Besonders hervorzuheben war Maintigneux' Austausch mit jungen Kameraleuten beim IFFF, der zu einem Moment der Mentorenschaft wurde. Sie teilte Einblicke aus ihrem Werdegang, bot technisches Know-how und eine differenzierte Analyse der branchenspezifischen Herausforderungen. Der Festivalabschluss ehrte ihre Verdienste und unterstrich zugleich die Notwendigkeit weiterer Fortschritte hin zu mehr Gleichberechtigung im Film.

Die letzte Ausgabe des IFFF endete mit einem Fokus auf Maintigneux' Vermächtnis und die thematischen Erkundungen des Festivals. Ihr Schaffen – von Spielfilmen über Dokumentarprojekte bis hin zu aktivistischem Engagement – spiegelte den anhaltenden Kampf um Repräsentation im Film wider. Die Diskussionen über gemeinschaftliches Land, historische Unterdrückung und weibliche Solidarität hinterließen deutliche Spuren im Abschlussprogramm.

Quelle