Skandal bei Duisburger Stadtwerken: Bestechung, Untreue und verdächtige Gehaltszahlungen
Charlotte KrügerExorbitante Gehälter für Betriebsräte? DVV-Chefs entlassen - Skandal bei Duisburger Stadtwerken: Bestechung, Untreue und verdächtige Gehaltszahlungen
Ermittlungen gegen Duisburger Stadtwerke und Verkehrsbetrieb DVV: Vorwürfe der Untreue und Bestechung
Die Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV) steht unter Ermittlungsdruck, nachdem zwei Führungskräfte nach Vorwürfen finanzieller Verfehlungen entlassen wurden. Die Staatsanwaltschaft durchsuchte nun ihre Wohnungen und beschlagnahmte Unterlagen sowie elektronische Geräte im Rahmen der ausgeweiteten Untersuchungen.
Im Mittelpunkt der Vorwürfe stehen unregelmäßige Gehaltszahlungen an Mitglieder des Betriebsrats, mögliche Bestechungsversuche sowie der Verdacht auf Vernichtung von Beweismaterial. Die beiden Manager hatten sich zunächst beurlauben lassen, widersetzten sich später jedoch den Ermittlungen – was weitere rechtliche Schritte nach sich zog.
Der Skandal war durch einen anonymen Hinweis ans Licht gekommen, der Stadtverantwortliche auf verdächtige Gehaltszahlungen aufmerksam machte. Betriebsratsvertretern sollen demnach Leistungen gewährt worden sein, die weit über den üblichen Sätzen lagen – ein möglicher Indikator für Schmiergeldzahlungen. Da der Betriebsrat erheblichen Einfluss auf Personalentscheidungen hat, rückt er nun in den Fokus der Ermittlungen.
Die Staatsanwaltschaft verdächtigt die beiden Führungskräfte der Untreue sowie von Verstößen gegen das deutsche Betriebsverfassungsgesetz. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass sie Mitarbeiter anweisen könnten, belastende Akten zu vernichten. Geprüft werden nun auch Vorwürfe der Anstiftung zur Beweismittelunterdrückung und Justizbehinderung.
Die DVV, einer der größten Arbeitgeber Duisburgs mit über 4.500 Beschäftigten, hat bisher keine strukturellen Reformen als Konsequenz aus den Entlassungen angekündigt. Trotz der laufenden Ermittlungen und der früheren Abberufung von Vorstandschefin Eva Kreienkamp in einem separaten Fall wegen homophober Vorfälle gibt es keine dokumentierten Maßnahmen, um künftige Verstöße zu verhindern.
Die Ermittlungen dauern an, während die Staatsanwaltschaft das beschlagnahmte Material nach weiteren Beweisen sichtet. Der Fall offenbart mögliche Schwächen in der Aufsichtspraxis der DVV, doch offizielle Reformen stehen weiterhin aus. Beide ehemalige Manager bleiben unter Beobachtung, während die Behörden das volle Ausmaß der mutmaßlichen Verfehlungen bewerten.