Schalke 04 in der Krise: Sieglos, Streit und Fanproteste erschüttern den Verein
Charlotte KrügerSchalke 04 in der Krise: Sieglos, Streit und Fanproteste erschüttern den Verein
FC Schalke 04 steckt in der Krise – auf und neben dem Platz
Der Verein, der zu Saisonbeginn noch mit starken Auftritten glänzte, hat nun fünf Spiele in Folge ohne Sieg absolviert. Gleichzeitig verschärfen interne Streitigkeiten und Fanproteste die angespannte Lage.
Der Start in die Saison verlief vielversprechend: Nach einem 3:1 gegen Hertha BSC am 4. August folgte Ende desselben Monats ein spektakuläres Derby-Comeback gegen Bochum. Doch seitdem geht es bergab – mit Niederlagen gegen Braunschweig und Darmstadt sowie Unentschieden gegen Hertha, Kaiserslautern, Bochum und Dresden. Diese sieglose Serie kostete Schalke die Tabellenführung in der 2. Bundesliga.
Trotz offensiver Verstärkungen wie Edin Džeko, der in seinen ersten drei Spielen drei Tore erzielte, sowie den Neuzugängen Dejan Ljubičić und Adil Aouchiche bleiben die defensiven Probleme bestehen. Allein im Januar kassierte die Mannschaft sechs Gegentreffer – ein deutlicher Kontrast zur stabileren Abwehrleistung in der Aufstiegsaison 2023/24.
Abseits des Platzes eskalierten die Spannungen nach einem Streit zwischen Cheftrainer Miron Muslić und U19-Trainer Norbert Elgert. Der Konflikt drehte sich um Trainingsprioritäten: Elgert kritisierte, dass der Fokus auf Ersatzspielern lag, statt den 18-jährigen Mika Wallentowitz in der U19 einzusetzen. Wallentowitz, der im vorherigen Spiel ungenutzt auf der Bank saß, wurde zum Zankapfel. Elgerts Ausbruch führte zu einem Klärungsgespräch mit Sportdirektor Frank Baumann – Muslić soll jedoch gefehlt haben.
Weitere Kontroversen ranken sich um den ehemaligen Vereinspräsidenten Clemens Tönnies. Eine Gruppe ehemaliger Funktionäre und Sponsoren fordert rechtliche Schritte gegen Schalke-Ultras, nachdem bei Spielen beleidigende Transparente gegen Tönnies gezeigt wurden. Der Club betonte in einer Stellungnahme zwar seine Unterstützung für Meinungsfreiheit und offenen Dialog, rief aber gleichzeitig zu Einheit und respektvollem Verhalten auf.
Schalkes aktuelle Talfahrt wirft Fragen auf. Angesichts interner Zwistigkeiten und externen Drucks muss der Verein nun sowohl die sportlichen als auch die organisatorischen Probleme angehen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Mannschaft an die starke Form der Saisoneröffnung anknüpfen kann.
Neuer Trainer ernannt trotz Krise
Der FC Schalke 04 hat Kees van Wonderen als Cheftrainer mit einem Vertrag bis Sommer 2026 verpflichtet. Dies folgt der Entlassung von Miron Muslić nach einer fünf Spiele andauernden Siegesserie und internen Streitigkeiten. Van Wonderen, der seinen Vertrag während der Länderspielpause unterzeichnete, wird am Montag mit dem Training beginnen. Der Verein hat auch einen neuen Co-Trainer für den Übergang angekündigt.






