Rücktritt von SWB-Chef Hermes nach Bonner Immobilienskandal um Flugplatz Hangelar
Charlotte KrügerRücktritt von SWB-Chef Hermes nach Bonner Immobilienskandal um Flugplatz Hangelar
Olaf Hermes, der Chef der Bonner Stadtwerke (SWB), hat seinen Rücktritt im Zuge eines anhaltenden Immobilienskandals angekündigt. Im Mittelpunkt der Kontroverse steht der Vorwurf politischer Einflussnahme auf ein Grundstücksgeschäft am Flugplatz Hangelar, das Hermes selbst im vergangenen Dezember aufgedeckt hatte.
Sein Abschied erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen wichtige Investitionen in die Wärme- und Verkehrstransition der Stadt vorbereitet, gleichzeitig aber auch Einsparungen im ÖPNV anstrebt.
Der Skandal war im Dezember ans Licht gekommen, als Hermes bekannt gab, dass lokale Politiker versucht hätten, die SWB von einem Grundstückskauf am Flugplatz Hangelar abzuhalten. Spätere Ermittlungen deuteten darauf hin, dass die Einflussnahme von einem Bonner Busunternehmer – einem bedeutenden CDU-Spender – ausgegangen sein könnte, der das Gelände angeblich für sich selbst erwerben wollte.
Trotz der Vorwürfe sprach der Aufsichtsrat Hermes und der Geschäftsführung das Vertrauen aus und bestätigte mit Mehrheit die weitere Zusammenarbeit. Dennoch betonte Hermes, dass er bis zum Sommer zurücktreten werde – eine Entscheidung, die er als unumkehrbar bezeichnete.
Die SWB plant nun, einen vertraulichen Bericht über die mutmaßliche Einflussnahme der Staatsanwaltschaft vorzulegen. Bisher hat die Stadt Bonn jedoch keine rechtlichen Schritte oder Untersuchungen zu den Vorwürfen im Zusammenhang mit dem Hangelar-Gelände eingeleitet.
Hermes' Rücktritt hinterlässt die SWB in einer Phase des Führungswechsels zu einem kritischen Zeitpunkt. Das Unternehmen muss künftige Investitionen in die Energie- und Verkehrsinfrastruktur Bonns mit den finanziellen Belastungen der öffentlichen Dienstleistungen in Einklang bringen. Die Prüfung des Berichts durch die Staatsanwaltschaft wird zeigen, ob weitere Konsequenzen folgen.