Rewe-Chef Souque greift Markenhersteller wegen hoher Preise an
Rewe-Chef Lionel Souque hat Großmarkenhersteller scharf kritisiert, weil diese trotz sinkender Rohstoffkosten ihre Preise nicht senken. Gleichzeitig kündigte er an, dass die Supermarktkette die bevorstehende Mehrwertsteuersenkung an die Kunden weitergeben werde – allerdings nicht pauschal bei allen Produkten.
Als zentrales Beispiel für die Preispolitik nannte Souque Schokolade: Die Kakaopreise seien seit Monaten rückläufig, doch Marken wie Lindt und Mondelez hätten ihre Preise stabil gehalten. Besonders verwies er auf die Milka-Alpenmilch-Tafel, deren Größe reduziert wurde, die aber weiterhin über 1,99 Euro koste – was weitere Rabatte unmöglich mache.
Rewe hingegen habe den Preis der hauseigenen 100-Gramm-Einstiegsschokolade bereits zweimal gesenkt – zunächst auf 89 Cent, dann auf 79 Cent. Der Vorstandsvorsitzende betonte, dass eventuelle preisliche Anpassungen durch die Mehrwertsteuersenkung das gesamte Rewe-Sortiment betreffen würden und nicht nur Einzelprodukte.
Souques Äußerungen spiegeln eine breitere Unzufriedenheit mit Herstellern wider, die Einsparungen nur zögerlich an die Verbraucher weitergeben. Er argumentierte, dass Kunden schneller von sinkenden Rohstoffkosten profitieren sollten.
Die Mehrwertsteuersenkung werde bei Rewe zwar zu günstigeren Preisen führen, allerdings nicht flächendeckend in allen Regalen. Souques Aussagen setzen die großen Markenhersteller unter Druck, ihre Preispolitik schneller anzupassen. Die Eigenmarken des Supermarkts haben bereits auf die gesunkenen Kakaopreise mit Preissenkungen reagiert.






