08 February 2026, 10:06

Rechtsextreme AfD-Kundgebung in Münster-Coerde trifft auf massiven Gegenprotest

Eine große Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straße in Washington, D.C. am 21. Januar 2020 mit Plakaten und Transparenten, einige fahren Fahrräder, Schilder mit Stöcken, Bäume und einen klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Rechtsextreme AfD-Kundgebung in Münster-Coerde trifft auf massiven Gegenprotest

Rechtsextreme Kundgebung in Münster-Coerde: AfD-Anhänger und deutlich größere Gegenproteste

Rund 60 Anhänger der Alternative für Deutschland (AfD) versammelten sich am Samstag zu einer rechtsextremen Kundgebung in Münster-Coerde. Gleichzeitig zog eine deutlich größere Gegenveranstaltung mit etwa 450 Teilnehmern die Aufmerksamkeit auf sich, organisiert von lokalen Gruppen, die sich gegen die Politik der Partei stellen. Die Polizei sorgte während der gesamten Veranstaltung für eine klare räumliche Trennung zwischen den beiden Lagern.

An der AfD-Kundgebung nahmen Parteimitglieder sowie der Landespressesprecher teil. Unter den Anwesenden war auch Linus, ein 22-jähriger Erzieher aus der Nähe Münsters. Er kritisierte die staatlichen Ausgaben für die Ukraine und Israel und argumentierte, dass stattdessen ältere Menschen in Deutschland mit finanziellen Schwierigkeiten kämpften. Linus forderte zudem Änderungen in der Wirtschafts- und Migrationspolitik.

Gegen den Auftritt der AfD formierte sich ein breites Bündnis: Die Initiative "Keinen Zentimeter den Nazis" und das Aktionsbündnis "Coerde ist bunt" führten die Gegenproteste an. Eve Lyn Gardias, eine lokale Bewohnerin und Mitglied von "Coerde ist bunt", beteiligte sich an der Demonstration. Sie warf der AfD vor, Minderheiten als Sündenböcke für gesellschaftliche Probleme zu instrumentalisieren, statt echte Lösungen anzubieten. Gardias betonte die Notwendigkeit eines geschlossenen Widerstands gegen das, was sie als spalterische Politik bezeichnete.

Die Polizei hielt die beiden Gruppen konsequent voneinander getrennt und verhinderte so direkte Auseinandersetzungen. Ob sich die Unterstützung für die AfD in Münster-Coerde seit der Wahl 2022 verändert hat, lässt sich nicht sagen – detaillierte Umfragedaten auf Bezirksebene liegen für die Region nicht vor.

Die Gegenproteste überstiegen die AfD-Veranstaltung deutlich an Teilnehmerzahl und spiegelten damit den starken lokalen Widerstand wider. Durch das polizeiliche Eingreifen blieb es bei einer räumlichen Trennung, gewaltsame Konflikte wurden vermieden. Die Demonstrationen zeigten einmal mehr die anhaltenden Spannungen um Migration, Wirtschaftspolitik und die wachsende, aber umstrittene Präsenz der AfD in der Region.